Review

Es ist sehr bedauerlich, dass dieser Film in Deutschland so unter dem Radar geblieben ist, zwischen den Streamern hin und her geschoben wird und auch kein DVD-Release erfahren hat. Denn er ist einfach wunderbar und in unserer heutigen Zeit auch unglaublich wichtig.

Sam Rockwell spielt eine ähnliche Rolle wie in "Three Billborads", nämlich eine zunächst sehr unsympathische Figur, die sich aber im Laufe der Ereignisse ändert. Und Taraji P. Henson spielt den Gegenpart wirklich exzellent und authentisch. Dazu ist der Film toll inszeniert, bewahrt immer den schmalen Grat zwischen Drama, Komödie und Melodram. Immer mit einem Augenzwinkern, unpathetisch, aber emotional überwältigend.

Rockwell spielt den Vorsitzenden des Klu Klux Klans in einer amerikanischen Kleinstadt. Da vor kurzem erst die Aufhebung der Rassentrennung verkündet worden war und nun nach dem Brand der vormals weissen Grundschule, die schwarzen und die weissen Kinder zusammengelegt werden müssen, ist das Aufschrei in der rassistischen Stadt im Süden der USA natürlich groß. Auf der anderen Seite erämpft sich die schwarze Bürgerrechtlerin das Recht auf Bildung für die Kinder ihrer Gemeinde. Die Regierung schickt einen (schwarzen) Vermittler, der - um einen Kompromiss zu finden - die beiden Streithähne an einen Tisch bringt.

Eine wahre Geschichte übrigens, die man nachlesen kann. Und aus den beiden Kontrahenten sind dann auch gute Freunde geworden. Allein wegen Sam Rockwell lohnt der Film: Zuzusehen, wie aus dem Rassisten ein besserer Mensch wird, ist ein Hochgenuss. Aber auch sonst ist das alles wirklich toll gemacht. Ein überragend guter Anti-Rassismus-Film, sehr zu empfehlen!

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