Es gibt definitiv mehr schlechte als gelungene Horrorpuppenfilme und in Anbetracht der Reihe um Chucky, die eigentlich auch nur recht simple Muster bedient, ist das beinahe schon erschreckend, - zumal es unzählige Puppen gibt, die echt schräg oder gar creepy aussehen.
Autor und Regisseur Joseph Mazzaferro wusste ebenfalls nichts mit den Porzellanfiguren anzufangen, denn tatenloser waren Puppen in einem Horrorstreifen noch nie.
Anne ist eine ältere Dame, die im Anfangsstadium von Demenz allein in einem Haus mit unzähligen Puppen lebt. Während ihr Sohn Nick ab und an vorbeischaut, verfällt Anne immer mehr dem Wahn, die Puppen würden ein Eigenleben entwickeln…
Unfassbar, was manche Leute denken, wie man eine Handlung bestreiten könnte. In den ersten 40 Minuten spricht Anne kein Wort. Sie bereitet sich einen wenig appetitanregenden Brei aus Müsli und Wasser aus der Mikrowelle, kratzt sich in jeder dritten Szene im Schulterbereich und frönt ihrer Lieblingssendung im TV, in der ein selbsternanntes Medium fragmentartigen Schwachsinn von sich gibt. Dann wird mal kurz ihr verstorbener Ehemann eingeblendet und in Nahaufnahme auf diverse Puppengesichter gehalten. Da diese jedoch kein Eigenleben entwickeln und lediglich „The Bitch“ nicht von ungefähr an den frechen Blick von Chucky erinnert, geht von denen rein gar nichts aus, da sie im Grunde keinen direkten Einfluss auf die ohnehin kaum vorhandene Handlung haben.
Erschwert wird die einfältige Angelegenheit durch die mangelnde Ausstrahlung der Hauptdarstellerin, die eigentlich noch viel zu jung ist, um als vogelig durchzugehen. Auch der Score eckt einige Male gewaltig an, wenn eine Geige mehr geschrabbelt als gespielt wird oder die Chorstimme mit zwei Tönen völlig daneben liegt. Kamera und Schnitt sind ebenfalls nah am Anfängerniveau und auch das Interieur des austauschbaren Hauses reißt nichts heraus.
Folgerichtig kommt zu keiner Zeit Spannung auf, obgleich im letzten Drittel noch eine Krankenschwester mitmischt und sogar ein Twist nachgeschoben wird.
Hinsichtlich des Vorangegangenen ergibt dieser nahezu keinen Sinn, lediglich die letzte Einstellung ist einigermaßen gelungen. Immerhin, Mazzaferro war es wichtig, die mitwirkenden Puppen mit realem Namen einzeln im Abspann zu würdigen.
Welcher Fluch der Puppe da auch immer bestehen soll, - diese rund 80 Minuten sind an Belanglosigkeit kaum zu unterbieten. Die viel zu hoch angesetzte FSK16 ist zurückzuführen auf einen ausgefallenen Zahn, etwas abblätternde Haut und kurzem Gehacke auf einer Hand, welche deutlich als Imitat erkennbar ist.
Dazwischen eine weißhaarige Alte, die ein paar Grimassen im Spiegel vollführt und nichts mit sich anzufangen weiß. Die Produktionskosten hätte man besser einem Tierheim gespendet…
1,5 von 10