Review

„The Nun“ als weiterer Ableger aus der Reihe um The Conjuring“ war zwar beileibe kein Brenner, doch er lockte einige Fans in die Lichtspielhäuser. Und da Nonnen gerade hoch im Kurs stehen, dachte sich Autor und Regisseur Aaron Mirtes, man könne mit wenig Geld auf den Zug aufspringen. Inszenatorisch könnte sein Werk auch aus den Achtzigern stammen.

Anna (Lacy Hartselle) bereitet sich auf den Umzug vor, während Mann und Tochter bereits unterwegs zum neuen Haus sind. Als plötzlich Teller aus dem Schrank fliegen und an mehreren Orten der Schriftzug „Stay“ erscheint, gerät Anna nicht zu Unrecht in Panik, denn der Geist einer Nonne will sie ans Haus binden…

KK (Brad Belemjian), den wir während der Exposition erleben, wie er die Nonne einerseits herbeiruft und andererseits zu bekämpfen versucht, erlebt die Macht der dämonischen Würdeträgerin hautnah, denn während des Hantierens ist er in einer Raumschleife gefangen, so dass er durch eine Tür den Raum verlässt, um selbigen durch die zweite wieder zu betreten.
Ein Effekt, der so herrlich ungelenk in Szene gesetzt ist, kann nur mit einem kopfschüttelnden Schmunzeln quittiert werden.

Ansonsten nimmt sich der Stoff allerdings recht ernst. Denn Anna hat mit ihrer Drogenvergangenheit und dem dazugehörigen Ex zu kämpfen und allzu zimperlich geht die Nonne auch nicht vor. Allerdings ist das Geschehen auf die Räumlichkeiten eines Hauses begrenzt, mal abgesehen vom Gang zum Pizzataxi, was sich als kleiner Running Gag entpuppt.

Der Spuk entfaltet sich indes als recht willkürlich und ein nachvollziehbares Motiv für die düsteren Gelüste der Nonne wird ebenfalls nicht geliefert. Oftmals stehen Halluzinationen im Vordergrund, zuweilen wird den Figuren die Anwesenheit vertrauter Gesichter vorgegaukelt, auf der anderen Seite zieht, zerrt und würgt die Nonne und verunglimpft auch mal ein Kruzifix als Stichwaffe, wobei insgesamt nicht viel Blutvergießen auszumachen ist.

Ein Twist gegen Mitte entpuppt sich derweil als gelungen, allerdings schlägt der Stoff nachfolgend in dieselbe Kerbe und liefert wenig Neues, wodurch Spannungsmomente rarer werden und auch der Showdown vermag kaum Akzente zu setzen. Insgesamt sind ein, zwei treffsichere Erschreckmomente zu konstatieren, die Effekte bleiben jedoch überschaubar.
Immerhin ist die Nonne ordentlich mit Make-up zugekleistert und erfüllt so einigermaßen ihren Zweck.

Dies trifft auch auf die meisten Mimen und den Score zu, die Kamera arbeitet weitgehend passabel, allerdings wird zuweilen ins Gegenlicht gefilmt, was etwas unprofessionell aussieht.
Aufgrund der schwachen Ausstattung, den beinahe lieblos anmutenden Lokalitäten und den überschaubaren Effekten schimmert das geringe Budget stets ein wenig durch, während das Drehbuch nicht wirklich durchdacht ist und gegen Ende immer ideenloser wird.
Somit ist nur phasenweise ein wenig Spannung gegeben, - lohnenswert ist eine Sichtung folgerichtig nicht.
4,5 von 10

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