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Nein, kein Soloprojekt eines der Cohen-Brüder, sondern nur ein Namensvetter der sich schon mit "Der Knastcoach" nicht mit Ruhm bekleckert hat. Der zweite Film den Cohen mit Will Ferrell inszenierte, setzt genau da an, wo eben auch ihr gemeinsamer "Knastcoach" endete: total überdrehte Momente, derbe Komik, unvollständiges Drehbuch, viel Quark, Banane und Ananas. Und das obwohl mit John C.Reilly auch ein guter Schauspieler jenseits von Hodenwitzen und Scheisshauskomik mit an Bord ist. Während Ferrell in seiner Rolle als Meisterdetektiv aufgedunsen, lustlos und wirklich alt aussieht, kann der fast gleichaltrige Reilly sich mit Tatendrang und überbordener Spielfreude mimisch darstellen. Sein Watson hat einige Parts und Augenblicke, die dem vermeintlich auf Parodie und Klamauk getrimmten Schenkelklopfer oft den filmischen Arsch rettet. Während Ferrells Zeit dann doch langsam und offensichtlich gekommen scheint. Das wäre echt schade, wenn dem so ist, aber jeder gute Komiker hat auch zwischendurch mal einige Tiefschläge zu verschmerzen. Seihe Verkörperung von Sherlock Holmes ist allerdings mehr blass und uninspiriert, kann sich oft nicht zwischen Infantilität, Coolness, Karikatur und den Leistungen von Cumberbatch und Downey Jr. entscheiden, und bringt so eine gewisse Disharmonie mit sich. Auch die undurchdachte Geschichte um die kumpelhafte Freundschaft zu Watson und den intimen Krieg zu dem schlauen Bösewicht Moriarty (Ralph Fiennes) sind nur Aufhänger schaler Scherze und chaotischer Blödelsituationen. Dabei ist die optisch einwandfreie und liebevoll ausgestattete Komödie nett anzuschauen, wenngleich man viele der peinlichen Gags schon kennt, oder auch einige der Neuen einfach nur berstend schlecht findet. Ergo: Für Irgendjemanden aus dem Publikum ist immer etwas dabei, aber leider keine klare Humor-Linie erkennbar. Bad Taste, Schmuddel und Schelmenposse reihen sich nahtlos aneinander, harmonieren aber selten.

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