Nanu, dieser Film hat hier ja gar keine Kritiken? Dann aber los...
Handlung:
Eine Handvoll IRA-Terroristen entführen einen schwarzen britischen Soldaten namens Jody (Forest Whitaker). Fergus (Stephen Rea), der "menschlichste" der Terroristen, entwickelt eine gewisse Freundschaft zu dem Opfer. Seine Kollegen, vor allem seine recht fanatische Mitstreiterin Jude (Miranda Richardson), sehen das gar nicht gern. Als Jody sich seines bevorstehenden Todes bewußt wird, fordert er Fergus auf, sich um seine hinterbleibende Freundin zu kümmern. Das bringt Fergus in ungeahnte Schwierigkeiten...
Mit "The Crying Game" liefert Neil Jordan ein sehr spannendes und differenziertes Psychodrama ab, das mit einigen unerwarteten Wendungen aufwartet. Besonders eine Szene hat es wirklich in sich, aber dazu will ich mal nichts verraten. Stephen Rea bietet die sehr überzeugende Darstellung einer inneren Zerrissenheit, Miranda Richardson brilliert mit der von ihr in mehreren Rollen perfektionierten Eiseskälte, nur Forest Whitaker als Jody will mich nicht überzeugen. Dieser Schauspieler wirkt einfach nur lahm und weinerlich. Das überzeugt zwar in diesem Kontext einigermaßen, aber wenn man verschiedene Filme mit dem Mann gesehen hat, fällt auf, daß er nichts anderes kann, und das verändert das Bild natürlich. Wie dem auch sei, der Film ist schon sehenswert, da er einiges an Ideenreichtum und Unkonventionalität aufbietet. Lediglich die Darstellung der IRA-Terroristen ist dann doch zu klischeehaft auf böse-böse-böse getrimmt, vor allem was die gute Frau Richardson angeht. Das Ende kommt dann auch sehr moralisch daher.
Im ganzen ist der Film aber doch empfehlenswert.