Regiedebütant Aitor Uribarri drehte seinen Erstling unter günstigen Vorraussetzungen, denn nach zehn Tagen war der Stoff im Kasten und immerhin konnte er den charismatischen Ken Foree für eine nicht unbedeutende Rolle gewinnen. Doch seine Mischung aus Beziehungskomödie, Home Invasion und etwas Mystery kommt zu keiner Zeit aus dem Quark.
Die noch junge Ehe von Jessi (Wendie Weldon) und Kyle (Tommy Day Carey) steckt in einer Krise, weshalb man sich für einige Tage in ein abgelegenes Haus im Niemandsland zurückzieht. Nach einer Weile erscheint Hamilton (Ken Foree) auf der Bildfläche, dessen Chef Kyle einen Haufen Geld schuldet. Als er vom Ritual des Midnight Man erfährt, wird er allerdings unruhig…
Der Midnight Man ist in etwa das Pendant zu Bloody Mary: Kerze an, Namen rufen, ein wenig an der Tür klopfen und nichts passiert. Zumindest erst einmal. Oder anders herum: Bis Foree erscheint und ein wenig Leben in die Bude bringt, hat man es mit zwei kleinen Streithähnchen zu tun, die beziehungstechnisch nicht füreinander bestimmt sind. Zwar läuft ein Vermummter ums Haus und ein Zausel offenbart böse Vorahnungen, doch unheimlich ist hier nichts. Das Beziehungsgedöns ist allerdings auch nicht witzig und entsprechend könnte es mit Erscheinen des Geldeintreibers, der eine Vorliebe für Käse und guten Wein mitbringt, ein wenig spannender zugehen.
Ist aber nicht der Fall. Glücklicherweise bringt Foree das gewohnte Charisma mit und schwadroniert überaus gelassen, doch stets auf den Punkt über seine Absichten, doch das Treiben gerät auf Dauer kammerspielartig und arg dialoglastig. Dazwischen ahnt man, welche Szenen witzig gemeint waren, doch die meisten Pointen verpuffen, während Situationskomik gegen Null tendiert. Einzig das Zusammenspiel der Figuren hält noch gerade so bei Laune.
Erst im letzten Drittel geht es um den Titelgebenden, wobei sich nicht etwa eine weitere Figur hinzugesellt, sondern dieser eine/n der Anwesenden in Beschlag nimmt, was mit typischem 80er Jahre Make-up einhergeht. Blut fließt rein gar nicht und die Bewegungsarmut ist auffällig. Von ausbleibenden Spannungseinlagen ganz zu schweigen und auch der Score hält sich nahezu komplett zurück.
Während sich die Mimen einigermaßen wacker schlagen und eine gewisse Spielfreude auszumachen ist, fällt der unbeholfene Schnitt einige Male negativ ins Auge. Szenenübergänge fallen holprig aus und es entstehen Kontinuitätslücken, während der Showdown reichlich zahnlos anmutet und den Mangel an zündenden Ideen unterstreicht.
Folgerichtig bleibt die Mixtur in allen Belangen zu harmlos. Der Humor zündet selten bis gar nicht, eine wirkliche Bedrohung ist allenfalls in Ansätzen auszumachen und die minimale Inszenierung ist alles andere als ambitioniert.
Ein recht lahmer Mitternachtsmann.
3,5 von 10