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Clint Eastwood in seiner ersten Rolle seit dem Jahr 2012 (Back in Game). Sichtlich gealtert (er ist 88 Jahre alt) ringt der wortkarge Altstar um Luft, um seine recht dünne Geschichte kinotauglich auf die Leinwand zu zimmern. Im aufgeblasenem Hollywood-Jargon der alten Schule dümpelt das jüngste Werk Eastwoods langatmig vor sich hin, ohne groß aufzuregen, Spannung zu erzeugen oder mal zum Mitfiebern anzuregen. Vielmehr schwingt sich der alte Mann in seinen Pick up und durch drei wirre Handlungsstränge (Drogentransport, Drogenfahnder, Familienprobleme) ohne jemals dabei zu Berühren, Nachzuwirken oder wichtige Momente sensibel und glaubhaft umzusetzen. Auch am Sterbebett seiner Ex-Frau kriegt man als Zuschauer kein Gefühl für die Notwendigkeit von "The Mule" (das Maultier), welcher zerfahren, fleischlos, künstlich und als unnötige Kost nachwirkt. Die Geschichte wurde von einem kleinen Artikel aus der New York Times inspiriert, hat aber als fast zweistündiger Film nicht die Intensität, den Humor oder die dramatischen Klänge von "Gran Torino", der in Zukunft der wohl letzte große, stimmige Eastwood-als-Darsteller-Klassiker sein wird. Man merkt das er als Regisseur und Schauspieler gleichzeitig doch etwas überfordert ist, was auch nicht weiter schlimm ist, denn es ist schließlich immer noch der gute, alte Clint, dessen Qualitäten mittlerweile einfach nur eingerostet sind. Vielleicht sollte er als Schauspieler doch lieber mal einen anderen Regie führen lassen, dass wäre schlussendlich wünschenswert. Und trotz knurrigem Witz bleibt dieser Genremix nur mit fadem Beigeschmack hängen. Schade. .

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