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BeSeMi


„Eli“ kommt pünktlich zu Halloween auf Netflix, sollte aber eigentlich im Januar des Jahres über Paramount in den Kinos laufen. Logisch, dass die dortigen Herren zumindest keinen Verlust hinnehmen wollten und das Ding an den Streaminggiganten verscherbelten, da diese Kreuzung aus Haunted House-Spuk, Bad Child-Horror und cronenberg'schen Schnipseln im Endeffekt der typische Jahresstart-Horror-Pflegefall ist. Vielleicht etwas über deren Niveau und keine totale Ausschussware. Das Wahre ist er allerdings auch nicht. Falls man diesen „Monat des Horrors“ allerdings auf Netflix noch ein paar solide Schocker sucht, dann kann man mit „Eli“ zumindest oberflächlich wenig falsch machen. Wir folgen einem Ehepaar und ihrem Sohn in ein imposantes Landhaus - allerdings befindet sich dort innen eine hochmoderne Klinik, die dem Jungen bei seiner Autoimmunkrankheit bzw. seiner „Allergie auf Luft und die Welt“  helfen soll...

„Eli“ verschmilzt ein paar Subgenres des Horrors, wirkt aber vor allem die ersten zwei Drittel dennoch höchst austauschbar und unspannend, fast etwas nervig. Der Junge spielt das solide, man baut eine gute Beziehung zu ihm auf, und das alte Gebäude bekommt auch ein paar Momente. Doch die meiste Zeit wird auf plumpe Jumpscares, redundante Alpträume und schon tausendmal gesehene Schatten und Fratzen gesetzt - das ist wirklich katastrophal öde. Tja, bis dann das Finale den unterdurchschnittlichen Schrecken aufbricht und mich für sich gewinnen konnte. So campy und schmunzelnd das Ganze auch wird - es funktioniert. Zumindest für mich. Nicht spektakulär gut, aber genug, um mich nach dem schwachen Auftakt milde zu stimmen und ihn zufrieden von meiner Watchliste zu streichen. Die Auflösung macht den blassen Großteil nicht nichtig und sicher auch bei mehrmaligem Sehen kaum viel besser, doch es lässt einen das Ding aus einem Blickwinkel sehen, der mir ein Grinsen ins Gesicht zaubert. Und das kann auch nicht jeder „Januargrusler“ von sich behaupten. Eher kaum einer. „Eli“ ist zumindest hintenraus frisch genug, um ihm eine Chance zu geben. Try it! Durchhalten lohnt sich. Zumindest etwas. 

Fazit: „The Haunting“ trifft auf „Brightburn“ und ein wenig „Let The Right One In“ - „Eli“ ist eine schmissige Geisterbahn am Zahn der Zeit. Nur leider sehr oberflächlich und nie besonders fordernd, kreativ oder tiefergehend. Im Grunde und streng genommen trotz finalem, absurd-sympathischen Twist. Typisch Netflix-Aufkauf? So leicht ist’s nicht. Aber es ist dennoch kein waschechter Hit zu Halloween. Wenn auch weit entfernt von einem Flop. Um die Überschrift aufzulösen - eine besonders seltsame Mischung. Und dennoch ärgerlich generisch. Komisch. War hier mehr drin?! 

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