Drei Drehbuchautoren sind für einem Horrorfilm nicht ungewöhnlich. Wohl aber, wenn das Finale mit einem komplett unerwarteten Twist daherkommt, der irgendwo zwischen mutig und völlig dämlich daherkommt. Das liegt beinahe den Schluss nahe, dass zwei Leute den Hauptteil lieferten und der dritte für die finale Überraschung zuständig war und den Part der anderen nur grob überflog.
Der elfjährige Eli (Charlie Shotwell) leidet an einer seltenen Autoimmunkrankheit und kann nur mit einem Schutzanzug nach draußen gehen. Hilfe erhoffen sich seine Eltern (Max Martini und Kelly Reilly) von der Spezialistin Dr. Horn (Lili Taylor), die ein Herrenhaus in eine Spezialklinik umfunktioniert hat. Doch schon bald registriert Eli geisterhafte Vorkommnisse und zweifelt an den dubiosen Behandlungsmethoden der Medizinerin…
Allein die Ausgangssituation ließe viele Szenarien zu, denn der Junge dessen Körper auf Schmutz, ungefiltertes Wasser und verunreinigte Luft mit brennenden Hautrötungen reagiert, kann kein normales Leben führen und schon ein Riss im Schutzanzug führt zu akuter Atemnot wie die Einleitung untermalt. Doch der irische Regisseur Ciarán Foy („Sinister 2“) entscheidet sich für den konventionellen Spukhausgrusel. Zumindest für eine Weile.
Da huschen Gestalten über Flure, etwas bewegt sich hinter einem Vorhang, aus Eli wird Lie (Lüge) und zwischenzeitlich werden die Geister gar handgreiflich, indem sie den ohnehin schon verstörten Jungen durchs halbe Gebäude schleifen, als würde er von unsichtbarer Kraft bewegt. Die Effekte sind allesamt solide gestaltet und auch das Interieur der Klinik kommt einigermaßen zur Geltung. Allerdings ist im Mittelteil ein wenig Stillstand vorzufinden, spannend sind im Grunde nur die Szenen, die sich im Operationssaal ereignen, wogegen die Begegnungen mit der rothaarigen Haley (Sadie Sink), mit der Eli durchs Fenster kommuniziert zumindest sympathisch rüberkommen.
Im letzten Drittel überschlagen sich schließlich die Ereignisse, denn mit nur einem Twist gibt sich der Plot nicht zufrieden. Der erste ist ein wenig im Vorfeld erahnbar, der zweite stellt hingegen nahezu alles auf den Kopf, was unweigerlich mit einigen Logiklöchern einhergeht.
Der Ausgang dürfte den einen oder anderen Betrachter mit ungläubigem Kopfschütteln zurücklassen.
Immerhin nervt die Hauptfigur nicht, auf handwerklicher Ebene ist nichts anzukreiden und die Mimen performen durch die Bank passabel. Die wenigen Gewalteinlagen, jemand brennt und ein Gesicht zerplatzt, sind okay gestaltet und auch der Score arbeitet zweckdienlich.
So liefert „Eli“ über weite Teile routiniert inszenierten Spuk mit einigen gängigen Erschreckmomenten, während der Showdown mit manch überraschender Wendung daherkommt, welche die Zuschauerschaft spalten dürfte. Folgerichtig keine wirkliche Empfehlung.
6 von 10