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Viele Filmemacher beginnen ihre Karriere mit Kurzfilmen, später kommen einige nochmal auf ihren Erstling zurück und bauen ihn zum abendfüllenden Spielfilm aus. Beim Debüt von Florian Helwich handelt es sich um einen recht kurzen Film, der statt in 51 Minuten auch gut in einer Viertelstunde hätte erzählt werden können.

Autor Hunter erhält eines Tages Post, offenbar von seiner Ex Anna, von der er seit zehn Jahren nichts mehr hörte. Auf einem Foto ist eine Adresse vermerkt, welche sich als Standort einer ehemaligen Psychiatrie entpuppt. Derweil findet eine Freundin von Hunter die wahren Hintergründe einer Familiengeschichte heraus…

Vielleicht ist es ein wenig voreilig, einen aufstrebenden Filmemacher aus Deutschland keine Zukunft im Filmbereich zuzutrauen, doch vorliegender Erstling ist in nahezu allen belangen sehr nah am Amateurhaften. Die beiden Mimen sind Laien, ihre wenigen Texte wirken betonungslos und wie aufgesagt und auch die magere Ausstattung verdeutlicht das Minimalbudget. Einziger Hingucker ist die verschneite Landschaft im Harz und die verwaiste Psychiatrie, nur leider macht die unzureichende Ausleuchtung dem Finale einen Strich durch die Rechnung.

Eingeteilt in drei Akte ist ohnehin nur der finale von Belang, die ersten beiden ziehen sich mit lang gezogenen Telefonaten und Aufstehen von Hunter unnötig in die Länge und auch die Autofahrt hätte man deutlich kürzen können. Immerhin ist die Kameraarbeit zwischendurch ambitioniert, der Schnitt arbeitet sauber und der Score mit Betonung auf Gitarre und Synthesizer einigermaßen stimmungsvoll.

Die Erzählung schleppt sich und liefert rund zwei Minuten Suspense und etwa 30 Sekunden Paranormales in Form von Flüsterstimmen. So wird die meiste Zeit etwas aufgebaut, von dem man einen großen finalen Knall erhofft, doch dieser bleibt komplett aus, zumal die Angelegenheit relativ abrupt und ohne sonderliche Erklärungen endet.
Somit ein Erstling, bei dem Ereignislosigkeit dominiert, wogegen die ohnehin schon dünne Geschichte mehr mit Andeutungen denn nachvollziehbaren Aspekten arbeitet.
Bis auf eine Handvoll atmosphärischer Momente nah an einer Nullnummer.
2,5 von 10

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