In der Tradition des Frankenstein-Konzepts gab es immer wieder einige Nachzügler, bei denen ein verrückter Arzt Experimente mit Toten veranstaltete, um ihnen wieder Leben einzuhauchen, was nicht selten zu Zombie-Erscheinungen führte.
Diese spanisch-italienische Produktion konzentriert sich dabei weniger auf billige Monster-Effekte, sondern auf die Klärung einiger Todesfälle, was der Atmosphäre deutlich zugute kommt.
Serge Chekov reist nach dem Tod seines Onkels zum Schloss in ein kleines schottisches Dorf, um sich um den Nachlass zu kümmern. Doch kurz darauf wird seine Kusine Rachel an einem Baum beim Friedhof erhängt aufgefunden, - wurde ein Selbstmord vorgetäuscht, um von den wahren Motiven des Täters abzulenken?
Die unheilsschwangere Musik während der Beerdigung des Onkels, dazu ein Wolkenbruch mit Gewitter und die düstere Stimmung in der Katakombe verdeutlichen von Beginn an die Marschroute: Es geht spooky, geheimnisvoll und mysteriös zur Sache und nicht nur die ausgezeichneten Kulissen schüren eine dichte Gruselstimmung.
Der abgelegene Friedhof mit den knorrigen Bäumen, die vielen Geheimgänge unter dem Schloss, die kahle Berglandschaft und das urige, angrenzende Dorf, in dem jeder seine Augen verschließt und mit Einbruch der Dunkelheit in den Häusern bleibt, kommt einem recht vertraut vor und dennoch funktioniert das Prinzip mit der Angst vor dem Unaussprechlichen ausgezeichnet.
So tauchen immer wieder krumme Gestalten wie Paul Naschy als nekrophil veranlagter Totengräber auf, schwarze Magie wird von einer geheimnisvollen Frau im Schloss praktiziert, ein Professor experimentiert an neuartigen Impulsen und zwischendurch wird auch mal blank gezogen und mit nacktem Oberkörper gekuschelt, denn die Hammer Studios haben früh vorgemacht, dass ein wenig Freizügigkeit immer gut bei Horrorfreunden ankommt.
Ein ums andere Mal wird der Zuschauer auf eine falsche Fährte gelockt und auch wenn es im Mittelteil kurzfristig ein wenig käsig wird und die ermittelnden Kommissare ziemlich schwer von Begriff sind, so ist doch immer ordentlich Bewegung im Spiel, denn es gibt einige Verfolgungen, eine Klopperei und für die Gorefreunde immerhin eine Autopsie mit geöffnetem Bauch und Organentnahme, sowie eine Enthauptung.
Darstellerisch sind primär die Damen leicht übers Ziel hinaus geschossen, was sich spätestens bei der Verkörperung von Angstzuständen herauskristallisiert. Die Herren performen hingegen solide, nur einige Frisuren mit auffällig starken Gesichtsbehaarungen sind aus heutiger Sicht unverzeihlich.
Die Score untermauert die sinistre Stimmung optimal, nur die Kamera zeigt anfangs kleine Schwächen aufgrund leichten Wackelns und nicht immer optimierter Schärfe beim Zoom.
Demgegenüber punktet die Ausstattung und später auch die Maske, denn schließlich bekommen wir es doch noch mit einigen Untoten zu tun, welche sich mit lauten und tiefen Atemzügen ankündigen.
Angereichert mit kleinen Twists gerät der Gothic-Krimi nicht selten spannend, die gruselige Atmosphäre kaschiert einige Schwachstellen in Sachen logischem Handeln und auch die Suche nach dem Grund der mysteriösen Ableben sorgt für das notwendige Interesse.
Wer also auf altbackene Horrorstreifen steht und klassisches Gruseln bevorzugt, wird mit diesem Streifen ordentlich bedient und kann bedenkenlos eine Sichtung wagen.
7 von 10