Bereits 2014 starteten die „Nickelodeon Movies“ ihre dritte Animationsproduktion, die nachfolgend für negative Presse sorgte: Erst wurde ein Sprecher wegen sexueller Belästigung ersetzt, kurz vor der Fertigstellung flog Regisseur Dylan Brown aus ähnlichen Gründen, wonach im Abspann kein Regisseur genannt wird. Ergo keine guten Voraussetzungen für einen familientauglichen Film.
Die zehnjährige June (Lena Meyer-Landrut) steht in enger Verbindung mit ihrer Mutter. Gemeinsam haben sie in ihrer Fantasiewelt den Wunder-Park entwickelt, in dem sprechende Tiere den Besuchern die Attraktionen schmackhaft machen. Als Junes Mutter wegen einer schweren Krankheit für einige Zeit ins Krankenhaus muss, vernachlässigt June den Park.
Als sie sich auf dem Heimweg im Wald verirrt, findet sich das Mädchen plötzlich im Wunder-Park wieder, doch dieser wird von einer Horde von Spielzeugäffchen bedroht…
Das erste Drittel gleicht auf mehreren Ebenen einer mitreißenden Achterbahnfahrt: Während das Familienidyll sehr feinfühlig bebildert wird und eine rasch errichtete Seifenkistenbahn in der Nachbarschaft für ulkige Turbulenzen sorgt, gestaltet sich das Treiben nach der Krankheitsnachricht für eine Weile geradezu beklemmend. Die schier grenzenlose Fantasie und die Unbekümmertheit werden von Verlustangst und Furcht vor dem Ungewissen verdrängt.
Mit Eintritt in den Vergnügungspark hält dieser Zustand zwar noch eine Weile an, doch mithilfe einiger Freunde wird dieser wieder zum Leben erweckt, was natürlich sinnbildlich für den Kampf gegen die inneren Dämonen steht. Leider sind die Figuren nicht allzu individuell ausgefallen, denn June ist Mädchen ohne irgendein äußerliches Alleinstellungsmerkmal und auch die Freunde wie ein blauer Bär, ein Stachelschwein, zwei Bieber und ein Wildschwein fallen nicht gerade markant aus. Natürlich wird hier und da für Situationskomik gesorgt, doch für emotionale Einschübe bleibt während der zweiten Hälfte kein Platz.
Denn während des Kampfes gegen die gar nicht so bedrohlichen Spielzeugäffchen dominiert klar die Action mit allerlei Achterbahnfahrten. Ob man sich per Strohhalmrutsche durch den halben Park bewegt oder während einer unkontrollierten Fahrt die Weichen stellen muss, - es geht bunt und mitunter grell zu, was zeitweilig ein wenig übers Ziel hinausschießt.
Trotz ordentlicher Animation inklusive mitreißender Egoperspektiven gestaltet sich die zweite Hälfte auf inhaltlicher Ebene oberflächlich, zumal die Pointe doch recht vage bleibt und der weichgespülte Ausgang ein Zugeständnis ans jüngere Publikum darstellt.
Jenes dürfte bei dem nur 85 Minuten langen Abenteuer durchaus seinen Spaß haben, während die älteren Betrachter nach dem bewegenden Einstieg bestenfalls halbwegs kurzweilig berieselt werden.
6 von 10