Staffel 1 - 6/10
Staffel 1
Schrei nach Hiebe
Auch im Animebereich suchte ich diesen Monat nach passendem „Alptraummaterial“ - und „Angels of Death“ schreit förmlich Halloween und Oktober. Auf Netflix zu gucken, auch auf Blu-Ray erhältlich. Ebenso gibt’s die Geschichte als Manga und als (Indie-)Videospiel. Eine echte Marke mittlerweile, aber nicht unumstritten.
Worum geht’s? Die tottraugige Rachel Gardner wacht ohne wirklich viel Erinnerung in einem mysteriösen Gebäude mit mehreren Etagen auf - und jede dieser Etagen wird von einer Art Serienmörder bewacht und bewohnt, die ihr allesamt an den Kragen wollen. Doch die Sache hat einen Haken: eigentlich kommt das Rachel ganz recht, denn sie will gar nicht mehr leben... Was mir an dieser 16-teiligen Animeserie gefallen hat und was vielleicht auf Buchseiten oder dem PC besser wirkt?
LEBENSMUT
+ schwerwiegende, mutige Themen
+ sehr seltsame, interessante (auch diskussionswürdige) Beziehung zwischen Rachel & Zack
+ unter die Haut gehender Score
+ solide Synchro (englisch die deutsch)
+ durchaus gruselige und harte Stellen
+ Zack ist ein kultiger Charakter (erinnert etwas an Ryuk)
+ versucht teilweise sehr tiefgreifend und philosophisch zu sein
+ einige Rätsel; viele kleine Hinweise
+ Neugier wird anfangs durchaus aufgebaut
+ kurze, knackige Episoden
+ Hintergrundstories der Figuren interessant und düster
+ sogar religiöse Hintergründe/Interpretationen
+ sehr emotionaler Kern
+ perfektes Beispiel für umgekehrte Psychologie
+ nimmt sich Zeit für ruhige Momente
+ psychologische und psychedelische Anklänge
SELBSTMORD
— Rachel Gardner kann nerven als oft sehr passive Protagonistin
— funktioniert als Spiel wohl deutlich besser
— ziemlich Love-or-Hate
— enttäuschende zweite Hälfte
— magere Auflösung
— zu wenig „Bösewichte“
— zu wenig Actionsequenzen
— nicht super hübsch
— kann sehr deprimierend und düster sein
— tiefen Themen oft nur angeschnitten
— schwer zu glaubender Grund, warum alles fortschreitet/warum Zack Rachel nicht umbringt
— Einiges vorhersehbar
— tritt später oft auf der Stelle (sogar „Backtracking“ zu finden!)
Fazit: ein mysteriöser, tragischer, manchmal auch stylischer, gruseliger und insgesamt etwas unterschätzter Animetipp für die dunkle Jahreszeit - „Angels of Death“ ist eine bizarre Mischung aus „Silent Hill“, „Jacobs Ladder“ und „Death Note“. Betörend, verstörend, bezirzend. Und Themen wie Selbstmord und Depressionen sind natürlich spektakulär. Leider lässt die zweite Hälfte der Staffel erschreckend nach... (6/10)