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Als der alte Farmer McIntire seine beiden irischen Söhne John [ Chris Chitell ] und George [ John Fordyce ] zu Besuch bekommt, ändert sich auch im gefürchteten Städtchen Harlington einiges, die Jungs sind zwar noch recht grün hinter den Ohren, aber halten es recht eng mit der Gerechtigkeit und Zivilcourage, ein Geldeintreiber wird’s flugs vom Hof geprügelt. Da sowohl der Sheriff als auch der Rest der Bewohner den Machenschaften der umliegenden Gauner tatenlos zusehen und nicht einmal wirklich einverstanden mit der Aktion der beiden Bubis sind, suchen sie beim Nachbarn Toland um Verstärkung, umsonst. Dieser ist zwar bis an die Ohren bewaffnet, entspricht aber auch so gar nicht ihrer Ansicht, die ganze Sache mit friedlichen Mitteln durchzuziehen. Da bekommen sie Hilfe von einem mysteriösen Fremden, der bald den Namen Camposanto = Friedhof [ Gianni Garko ] weg hat.

Anders als die eher ernst klingende Handlung ist der ganz erquickliche Film von Sartana – Regisseur Giuliano Carnimeo eine recht harmlose Angelegenheit, die gegen Ende hin zwar auch einige Tote fordert, allerdings immer familienfreundlich unblutig und fast wie im Off erscheinend. Das man sich in einer Komödie befindet zeigt bereits der parodistisch überspitzte Anfang, in dem sogar alte Damen Schiesskünste ableisten und kleine Babys an Patronen nuckeln, ausserdem werden mit 2 Mexikaner als treue Begleiter der Iren gleich schon die Karikaturen eingeführt und einige nicht wirkliche lustige Spässchen mit Namensverwechslung betrieben, die beiden werden nämlich ständig falsch angeredet.
Die Qualität der Gags wird im Verlaufe nicht unbedingt besser, allerdings werden einige gute bildhafte Verwirrungen eingebaut, die die Erwartungshaltung des Zuschauers kurz ausblenden. So wird Camposanto nach seinem nächtlichem Zubettgehen von Schergen überfallen, sein „Ihr Arschlöcher“ und die folgenden Schüsse sind das letzte, was man hoert; am nächsten Tag sieht man ihn im Sarg liegen. Scheinbar zumindest, die Bildeinstellung imprägniert das, dabei steht er im Sarg und testet nur aus, ob die Grösse für seine erledigten Widersacher ausreicht.
Das anfängliche kurz erwähnte Rachethema vom gar nicht so mysteriösen Fremden wird komplett weggelassen, seine Duelle mit dem von den Gegenpartei engagierten Graf [ William Berger ] sind auch durchweg spielerischer Art, man treibt eher gegenseitig den eigenen Preis hoch und lässt den anderen für sich die Drecksarbeit erledigen; ein recht lockeres Gefühl durchzieht den von Enzo Barboni [ = E.B. Clucher ] geschriebenen Film.
Leider wird das Ausgangsmaterial mit den beiden Iren weniger genutzt, sie fügen sich zu schnell in ihre Rolle als Retter und von Camposanto ausgebildete Zöglinge ein, da hängt zwar anfangs noch mal das Preisschild von den Revolvern, in Barboni’s eigenem Verflucht, verdammt und Halleluja ein Jahr später ist die Gentleman – und Greenhorn - Attitüde aber viel besser und damit vor allem humoristischer gezeichnet, generell bieten die Hill- [ und Spencer ] Filme mehr Spass.
Dafür entschädigt dann allerdings wieder der parallele Showdown ein bisschen, Camposanto wird von Graf in einer Schlucht in Schach gehalten, während die beiden McIntire’s sich in einer alten Missionsruine der Übermacht des nunmehr aufgedeckten wahren Schurken erwehren müssen; die FSK 16 Einstufung kann wie oben erwähnt aber weg.

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