Review

Zu ihrem 18. Geburtstag versuchen Sophies beste Schulfreundinnen ihr mit Hilfe von reichlich dort verteilten Flyern eine Party zu organisieren - denn selbst wäre die schüchterne Sophie, die sich überdies vom eigenen Geschlecht angezogen fühlt, dazu nicht in der Lage. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter, die ihr Gute-Nacht-Geschichten aus einem dicken Wälzer vorlas (dem titelgebenden Book of Monsters) wuchs das Mädchen bei ihrem treusorgenden Vater auf, der ihr die Mutter allerdings nie ersetzen konnte. Am Geburtstagsabend sitzen die befreundeten Mädels also noch relativ gelangweilt herum, als dann auf einmal die ganze Party-Gesellschaft anrückt und ordentlich Stimmung in die Bude bringt. Dummerweise ist Sophies 18. Geburtstag aber auch das Datum für ein Ritual diverser ihr aus dem Buch bekannter Monster, die dafür jungfräuliches Blut benötigen. Und so platzen jene fleischgewordenen Monster kurze Zeit später in die ausgelassene Stimmung und metzeln die Gäste nieder. Schaffen es Sophie und ihre Freundinnen, dem Terror zu entkommen...?

Book of Monsters ist ein weiterer Low-Budget-Horrorfilm, der sich thematisch an die Slasher der 80er Jahre anlehnt, dabei aber zumindest ein paar unkonventionelle Ideen einbaut: Angefangen von der zurückhaltenden Hauptdarstellerin und ihren keineswegs glamourösen Freundinnen über die optische Gestaltung der Monster (die zum Teil wie aus dem 2004er The Village – Das Dorf entliehen zu sein scheinen) bis hin zur Bekämpfung der Unholde (wozu das dicke Buch dient, das die verstorbene Mama, eine Monsterjägerin(!), mit wichtigen Anmerkungen versehen hat) weht ein - sozusagen - frischer Wind durch das Skript.

Die Kehrseite allerdings sind neben den schwachen schauspielerischen Darbietungen aller Beteiligten (was nicht nur daran liegt, daß hier etwa 25- bis 30jährige als 18jährige agieren) und daß man besonders den vielen Metzelszenen das fehlende Budget ansieht (das Blut spritzt zwar ordentlich und abgerissene Köpfe und Innereien sind keine Seltenheit) jedoch vor allem das dünne Handlungskonzept, das eigentlich nur ein Überleben der Partynacht beinhaltet. Als die Protagonistinnen in einem der wenigen ruhigen Momente dann im Monster-Buch blättern und nach kurzem, äh, "kombinieren und nachdenken" zum Gegenschlag antreten, hat sich die sehr geringe Spannung aus der Eröffnungsszene (als die Monster unter dem Bett der kleinen Sophie ihre Mama holten) bereits längst verflüchtigt. Während die Blutspritzereien ein wenig Brain Dead und Konsorten nachahmen und durch ihr grenzenloses Übertreiben zwar kaum überzeugend gefilmt und geschnitten sind (angesichts des sehr geringen Budgets aber dennoch beachtlich ausfallen), können die wenigen humoristischen(?) Einlagen (wie z.B. die von Monsterwürmern gefressenen Gartenzwerge, die dann selbst zu Monstern werden und mit einem Gummi-Dildo erdolcht werden, nachdem sie einem der wenigen Burschen dort in die Weichteile beißen) nur als schlicht mißlungen bezeichnet werden. Die eingeflochtene Hintergrund-Story von der Dämonen-Jäger-Mama bleibt völlig ohne weitere Erklärung und fehlt genauso wie der Background des wie ein in die Jahre gekommes Mitglied einer Heavy-Metal-Band aussehenden Papas mit seinen beiden 30-Sekunden-Auftritten. Das erwartbare Ende des Films läßt auf eine Fortsetzung schließen, von der die Filmlandschaft bis jetzt allerdings noch verschont blieb.

Fazit: Mehr als Partyfilm zu bezeichnende Horror-Komödie, die sich wenigstens selbst nicht ernst nimmt und seinen Unterhaltungswert eher aus dem hohem Tempo bezieht, mit dem die krausen Ideen dem Zuschauer um die Ohren gehauen werden. Hängen bleibt allerdings nichts, und ein zweites Mal muß man Book of Monsters auch nicht sehen. 3 Punkte.

Details
Ähnliche Filme