Kurz und schmerzlos - nach den Kurzfilmen Sensin und Getürkt war dies der erste "richtige" Film von Fatih Akin und ist in meinen Augen immer noch sein bester, obwohl ich ausnahmslos alle seiner Filme mag.
Dieses Debut vermag jedoch nicht nur aufgrund der realistischen Geschichte zu überzeugen, er enthält zudem auch noch einen perfekt passenden Soundtrack sowie tolle Darsteller, von denen ein Großteil nichtmal viel Filmerfahrung haben.
Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Mehmet Kurtulus, der bei den Dreharbeiten einiges abbekommen hat (Regiekommentar Fatih Akin).
Kurtulus spielt Gabriel, frisch aus dem Knast entlassen, wovon es direkt zur Hochzeit seines Bruders geht.
Dort trifft er nicht nur seine alte Gang, bestehend aus Bobby (Aleksandar Jovanovic spielt ebenso klasse) und Costa (Adam Bousdoukos sieht man nicht an dass er Laie ist) wieder, sondern lernt über seine Schwester Ceyda (Idil Üner) und Bobby Ceydas beste Freundin und Bobbys Lebensgefährtin Alice (Regula Grauwiller) kennen.
Gabriel will keine krummen Dinger mehr drehen, jedoch ist dies leichter gesagt als getan, denn schon kurz danach gibt es erste Probleme. Ceyda trennt sich von Costa; als sie mit ihrem neuen Freund von ihrem Bruder, Costa und Bobby entdeckt wird kommt es zu einer Schlägerei.
Die Tragödie jedoch beginnt erst mit Bobbys Ausflug in die Welt der albanischen Mafia und deren Boss Muammer (Ralph Herforthspielt top!).
Bei einem Waffendeal, in den er Costa mitreingezogen hat, wird er abgelinkt, was dazu führt, dass Muammer Bobby im Streit erschiesst....
Fazit: Klasse Debut von Fatih Akin, der ein realistisches Bild des Hamburger Nachtlebens abseits der Touristenzentren vermittelt.
9/10