Review

Der Film beginnt mit einem Überfall auf die „North Western Bank“, angeblich angeführt vom berühmt-berüchtigten Sartana. Der hat in Wirklichkeit allerdings wenig bis gar nichts mit dem Verbrechen zu tun, aber dafür jetzt sowohl die Gesetzeshüter als auch die Kopfgeldjäger auf dem Hals. Leicht angesäuert macht er sich auf die Suche nach seinem Doppelgänger, um den zur Rede zu stellen…
Wirklich zum Problem wird dem Film eigentlich nur sein Skript: Handlungssprünge, plötzliches Auftauchen von Charakteren, Wissen, das die Protagonisten gar nicht haben können, etc. (soll allerdings vor allem an der deutschen Fassung liegen, die damals schon bei der Kino-Erstaufführung um Handlungsszenen gekürzt worden sei - Pech). Davon abgesehen ist die Story nicht gerade ein Ausbund an Originalität (da werden über weite Strecken ausgiebig die üblichen Western-Klischees zelebriert), aber solide und kommt ohne grössere Schwachmatigkeiten aus (es gibt aber doch die eine oder andere eher alberne Szene, z.B. frag ich mich, ob es tatsächlich eine effiziente Foltermethode ist, jemandem die Hand in ein sich drehendes Rouletterad zu halten – solche unfreiwillig komische Sequenzen gibt es glücklicherweise eher wenige; gewollten Humor findet man in diesem recht ernsthaften Film ebenso wenig).
Überzeugend ist die einfallsreiche Kameraführung; da gefällt mir besonders, wie die Kamera jeweils „kippt“, wenn jemand tödlich getroffen wird (wirkt sehr dynamisch), ausserdem gibt es die eine oder andere recht eindrückliche Einstellung oder Bildkomposition zu bestaunen.
Regisseur Giuliano Carnimeo sorgt für ein gutes Tempo (langweilig wird es jedenfalls zu keiner Sekunde), weiss, wie man spannende Shoot-Outs inszeniert (geschossen wird hier viel, allerdings durchgehend unblutig) und liefert auch sonst eine routinierte Arbeit ab. Ausstattung und musikalische Untermalung sind ebenfalls alles andere als billig hingerotzt.
In der Hauptrolle überzeugt der einigermassen charismatische Gianni Garko (spinn ich, oder hat der eine gewisse Ähnlichkeit mit Clint Eastwood?) als nicht gerade zimperlicher Antiheld. Schade, dass ihm kein wirklich eindrücklicher Gegner vorgesetzt wird, aber dafür kriegt er es unter anderem mit Klaus Kinski (wie gewohnt grosse, aber vergleichsweise zurückhaltende Leistung) als Comic-Relief-Kopfgeldjäger Hot Dead zu tun. Ist doch auch was (schön wäre aber gewesen, man hätte sein Duell gegen Gordon Mitchell als Deguello etwas ausgebaut).
Alles in allem ein Film ohne grössere Ambitionen, aber als solide, anspruchslose Unterhaltung gut zu gebrauchen.

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