Gleich vorweg: Die DVD Veröffentlichung (Klaus Kinski Collection (6 Filme auf 2 DVDs)) von Best Entertainment ist eine bodenlose Frechheit. Von der hässlichen Aufmachung mal ganz abgesehen ist das Release dermaßen lieblos das selbst 8€ fast zu teuer sind.
Natürlich darf man bei so einer Collection nicht top Qualität erwarten, aber was zuviel ist ist zuviel.
"Sartana. Töten war sein täglich Brot" hat den wohl schlechtesten Ton den ich je auf einer DVD erlebt habe......alle paar Minuten beginnt es zu rauschen, als würde ein mittlerer Orkan wüten. Abartig. Jedes alte Tape hat einen besseren Ton....
Und das Bild ist auch nicht viel besser, wenn auch noch erträglich.
Aber das Thema ist ja der Film und der überascht positiv.
Ich habe eigentlich einen unterhaltsamen Kinski und ansonsten Trash pur erwartet.
Ersteres ist vorhanden, auch wenn Kinskis Rolle recht klein geraten ist. Zweiteres war so nicht der Fall.
Die Story ist schnell erzählt: Sartana (Gianni Garko, was für ein Name!) wird wegen eines Banküberfalls von Sheriffs und Kopfgeldjägern (10.000 $ Belohnung) gesucht, den er allerdings garnicht begangen hat: Ein Doppelgänger wars!
Was nun folgt ist das klassische Spiel: Unschuld beweisen und Schuldigen finden. Dabei muss er sich mir Falschspielern, Kopfgeldjägern und anderen üblen Subjekten (Sheriffs,...) herumschlagen. Das gipfelt in einem schönen Finale mit hohem Bodycount. Die Entarnung des Schuldigen hingegen reisst keinen vom Hocker.
Egal, denn der Film ist die meiste Zeit wirklich unterhaltend.
Schnell geschnitten, wird uns hier ein actionreicher, humorvoller Spagetti Western geboten. Sartana ist unkaputtbar und seinen Gegner durch trickreiches Agieren immer überlegen.
Mit Taschenspieler- und Kartentricks (die man, wenn man sie sich in Zeitlupe ansieht, manchmal verstehen lernt) haut er alle übers Ohr, und wenns nicht funktioniert (oder die Gelegenheit sich einfach nicht bietet) ist er auch nicht zimperlich sein, recht lustiges, Schießeisen einzusetzen
Gianni Garko als Sartana spielt souverän, auch wenn er manchmal zu sehr versucht eine Art Clint Eastwood im (Zorro-) Anzug zu sein. Irgendwie werde ich auch das Gefühl nicht los, das Sartana latent homosexuell ist, was die ganze Sache noch zusätzlich interessant macht (man beachte den Blickwechsel beim ersten Treffen mit Buddy Ben....hihi)
Klaus Kinski spielt hier einmal nicht unbedingt den Bösen, wirkt gut aufgelegt und hat mit dem spielsüchtigen Kopfgeldjäger Hot Dead auch eine amüsante Rolle bekommen die auch mal wirklich schöne Sprüche aufsagen darf ("Ich tue Niemandem weh, wenn ich schieße sind alle gleich tot"). Allerdings hat Kinski nicht wirklich viel Screentime.
Der restliche Cast ist auch in Ordnung (bis auf den Schauspieler der Shadow spielt......so schlecht gestorben).
Die Kameraführung ist gut und teilweise wirklich interessant, z.B: wenn sie, wenn Erschossene "umfallen", ebenfalls zur Seite kippt.
Die Musik ist mal gut, mal schlecht ( vorallem das Haupthema) und ingesamt nicht wirklich beindruckend.
Fazit: Ein Film der Spaß macht und deshalb sicher noch öfter bei mir läuft.