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Als die Northwest Bank im Glücksspieler-Nest Poker Falls bei einem blutigen Banküberfall um 300.000 Dollar erleichtert wird, fällt der Verdacht auf Sartana. Sofort heften sich diverse Kopfgeldjäger auf seine Fährte, um die ausgesetzten zehn Riesen zu kassieren. In Poker Falls sucht der unschuldige Sartana nach den wahren Übeltätern, um sie dort hin zu bringen, wo sie hingehören, nämlich unter die Erde. Nicht so einfach, denn einmal muss er sich seiner geldgierigen Häscher erwehren, und zweitens werden potenzielle Zeugen schneller dahin gerafft als man schauen kann. Eine wichtige Rolle in dem verzwickten Fall scheint der neue Spielcasino-Besitzer Baxter Red zu spielen, der auf mysteriöse Weise zu Geld gekommen ist.

Wirklich viel hatte ich mir von dem Film nicht erwartet, ist halt einer von Vieren auf der Klaus Kinski 3 DVD Western Box, war am Ende aber wirklich sehr positiv überrascht. Billig hingejodelte Spaghettiwestern gab es ja nach den großen Erfolgen von Eastwood, Django und Keoma wie Sand am Meer, aber hier merkt man gleich zu Beginn, das da deutlich mehr drinsteckt. Geht schon beim lustigen Vorspann los, wo man rechts jemanden Kartentricks vorführen sieht, während links die Namen durchlaufen und geht auch bei der Handlung selbst so weiter.
Denn zu Beginn wird gleich ein Höhepunkt präsentiert, nämlich ein wirklich ausgeklügelter Überfall auf eine schwer bewachte Bank. Wie vieles später auch, wird dieser Raub sehr clever angelegt und auch bleihaltig ausgeführt. Der im etwa knapp dreistelligen Bereich angesiedelte Bodycount wird ordentlich angefüttert. Alle, auch die psäteren, Shootouts sind allerdings von der freundlichen Sorte, Blut fließt höchstens mal an zwei Stellen, wobei für eine davon sogar ein Dartpfeil verantwortlich ist.
Der Bankräuber stellt sich dabei allerdings dummerweise als Sartana vor und begeht damit einen mächtig bösen Fehler. Dieser ist nämlich ein Ehrenmann und ist ob des plötzlichen verdachts und der 10.000 $ Kopfgeld auf ihn not amused und begibt sich logischerweise auf die Verfolgung. Klar das ihm dabei jede Menge Kroppzeug in Form von Kopfgeldjägern auf den Fersen sind, was zwischendurch immer mal wieder für Action und auch Spaß gut ist, bis sich im wieder spektakulären Finale, die waren Täter im Hintergrund entpuppen.
Das ganze spielt sich dabei beinahe wie eine Kriminalgeschichte im Wilden Westen, eine Spur führt zur nächsten, genauso wie eine Leiche zu einer weiteren. Das ganze hat aber auch humorigen Charakter, wofür vor allem Gianni Garkos One-Liner und Klaus Kinski, in einer ungewohnten Normalorolle als lausiger Kartenspieler, zuständig sind. Dazu kommen noch für die damalige Zeit interessante Kameraspielereien, die sogar ein wenig an heutige Ego Shooter erinnern.
Man muß aber auch ein wenig Mitleid für die Schurken haben, auch wenn man in hundertfacher Überzahl ist, was soll man gegen einen Mann ausrichten, der nicht nur schießen und schlagen kann, sondern Darts wirft wie Phil Taylor, Bomben baut wie McGuyver, Karten spielt wie Phil Ivey und Messer wirft wie Zorro persönlich. Sartana, dem Film, kann man kaum etwas vorwerfen, er ist sicher nicht der allerbeste des Genres, aber ein verdammt guter. Von mir gibts klar Daumen hoch.
8/10

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