Eigentlich routiniertes Serienprodukt noch vor der Blütezeit der Shaolin Filme [ The 36th Chamber of Shaolin war ein Jahr später ], der zwar soweit gut aussieht und auch ohne grosse Fehler über die Bühne geht, aber salopp gesagt so stinklangweilig ist, dass ein Ansehen im Rutsch nur nach jahrelangem Training der Seh – und Geduldsnerven möglich ist.
Dabei hört sich die Story im Kontext des Genres noch passabel an - ironischerweise ebenso passabel wie die komplett falsche Inhaltsangabe auf dem Backcover - , entpuppt sich aber schnell als lieblos zusammengestoppelt:
Kaiser Yung Cheng [ Carter Wong ] hat zusammen mit General Nin Kan Yau [ Yeung Wai ] vor Jahren die Macht an sich gerissen und argwöhnt jetzt, dass ihm sein ehemaligen Mitstreiter auf dieselbe Art den Thron streitig macht.
Da der General aber bei seiner 1 Million starken Armee sehr beliebt ist, trennt er ihn einfach davon wie den Fisch vom Wasser; mit der Anklage Verbündung mit Rebellen schickt er ihn ins Exil. Damit nicht genug, er will ihn tot und entsendet deswegen seine 8 Leibwachen dem Geschassten hinterher. Nin sucht aber Zuflucht in einem Shaolintempel, der sich als Schweiz des Easterns deklariert und nunmehr zur umkämpften Stätte wird.
Klingt gut, ist es nicht. Das zentrale Problem des Filmes ist sein schlichtweg fehlender Plot; Vielstschreiber Ni Kuang erstellt im Vorspann und den ersten 5min eine Situation und schrieb dann wahrscheinlich nur „Fight“ ins Skript. Dadurch artet der antiquierte Rhythmus in ein Wechselschnitt von 1 Dialog, noch 1 Dialog, Nonstop – Action aus; bei der Makromontage wurden wohl nur die Fights bearbeitet, substanzielle Banalität macht sich breit.
Das ständige „more of the same“ erzählt mit fehlend treibender narrativer Kraft von zwei der acht Leibwachen, Pai [ Cliff Lok ] und Liu [ Polly Shang ], die sich irgendwie allein auf weiter Flur mit dem Problem Nin befinden und sich nach der Abfuhr der Shaolinmönche und dem wiederholten Auftrag ihres Herren eigenständig in den Tempel begeben, was das Mittelstück des Filmes kennzeichnet.
Die mit Euphemismus als schlicht zu beschreibende Grundstruktur sieht in den 20min eine Kampfszene an die andere gereiht, zwischendurch folgt mal ein Monolog der Marke „Ihr seid hier im Raum der Schwerter“ und weiter geht’s im Reigen.
Dabei arten die fantasielosen Kämpfe zu unerträglichen Action-Klammern aus, bei denen man wegen der fortlaufenden Repeat – Einstellung und mangelnder Inspiration sehr schnell das Interesse verliert. Es ist auch bis zum Showdown kein einziger stilistischer Einfall zu verzeichnen, dort wird plötzlich eine Szene addiert, die die übriggebliebenen Kämpfer kurz vor einer weissen Leinwand zeigt, obwohl sie sich eigentlich im Wald befinden.
Das langweilige Einerlei drumherum bedient sich Theaterästhetik; zwei, drei Schauplätze mit karger Einrichtung deuten auf Kosten / Nutzen orientiertem Produktionsvolumen hin. Die Figuren ohne Tiefenschärfe agieren mit gestelztem Gestus, die wenigen Sprechblasen werden wie Rezitationen vorgetragen. Die Nummernrevue monotoner und zumeist unblutiger Kampfszenen wechselt sich mit übertriebenem Schmierenschauspiel ab, dass selbst dann zu wenig Lacher bereithält, um auf einer anderen Ebene zu funktionieren.
Übrigbleiben tut nur die etwas andere Variation des Fünfminutentrainings von Yung Cheng sowie die veranlasste Durchsuchung eines Gebäudes, die sich in der an der Türschwelle gestellten Frage „Ist hier jemand?“ erschöpft.
Die Bilder sind solide; die einzige Schwäche des Films ist alles andere.