Review

You want it darker!

Der Titelsong von Cohen ist Programm in dieser Serie.


Es geht primär um die Aufarbeitung des Völkermordes 1994 in Ruanda, wobei bis zu 800.000 Tutsi von den Hutus bestialisch ermordet wurden. Ich kann mich noch gut an einen Bericht im TV erinnern, wo Filmaufnahmen aus weiter Entfernung von Hügeln aus mit extremen Teleobjektiven die Köpfungen in einem Dorf zeigten. 

Autor und Regisseur in Personalunion Hugo Blick entwirft eine spannende Handlung um die Aufarbeitung des Genozids. Auch tritt er selber als kaltherziger Anwalt auf. 

Hauptdarsteller sind John Goodman als Michael Ennis, ein Londoner Rechtsanwalt und seine Justizermittlerin Kate Ashby (Michaela Coel). Kate dominiert die Serie allein schon durch ihr Aussehen. Sie hat das gefühlt größte Gesicht der Filmgeschichte, noch vor Omar Sy und Natascha McElhone(Californication). Dabei hat Michaela Coel noch einen knabenhaft zarten Körperbau, gleich einer Gazelle, dünne Glieder, jedoch kräftig, was ihren übergroßen Kopf noch betont. Sie hat das sympathischste breite Lächeln ever seen. Als Kate ist sie außerdem hochgebildet und schüttelt zynische Bemerkungen aus dem Handgelenk. "Der Klassiker ist, den Schwanz eines Mannes zu beobachten, wenn er auf Cashewgröße schrumpft, wenn er die Narben auf meinem Bauch sieht.!"  Kate ist die Adoptivtochter einer internationalen Rechtsanwältin namens Eve Ashby und eine geborene Tutsi. Sie wurde seinerzeit in Ruanda gerettet und dann von Eve adoptiert. Sie war schwer depressiv und suicidal.

In Episode 1 wird nach kurzer Einführung der Charaktere ein ehemaliger Kriegsheld aus Ruanda, der den Genozid beendete aber danach auch selber schwere Verbrechen beging, General Simon Nyamoya, nach Den Haag zum internationalen Gerichtshof verbracht. Eve Ashby soll die Anklage übernehmen.

Ab dann beginnt ein Verwirrspiel, sehr behutsam gefilmt, mit ruhigen Kamerafahrten, oft ohne Umgebungston, nur mit Musik hinterlegt. Nichts für Millenials und die MTV Generation, die alle 3 sek. einen Schnitt und die wackelige Schulterkamera brauchen. Blutige Aktionen gibt es eher selten, doch es gibt schon mal Hirnmasse auf der Erde und an der Wand, ausgestochene Augen und Totenköpfe zu Hauf .

Alle handelnden Personen haben die unterschiedlichsten Motive und Bestrebungen. Der Handlungsverlauf dreht sich öfter im Laufe der Episoden. Mehr zu schreiben, wäre extrem spoilernd. 

Absolute Empfehlung! Prädikat sehenswert!

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