Die Leprechaun-Reihe ist schon immer ein angenehmes Kuriosum gewesen für Vielschauer, Trash- und Horrorfreunde.
Trash ist vielleicht sogar etwas übertrieben. Was trashig anmutet ist, dass die Filme starken Comiccharakter haben und oft selbstironische Elemente beinhalten.
Nicht immer gelingt hier die Mischung. Freunde der Reihe wissen aber den kruden Charme und die Ideen der Reihe zu schätzen.
Bei diesem Streifen hier bin ich sehr zwiegespalten.
Vielerorts merkt man (nach dem Sichten des kurzen Making Offs nochmal mehr), dass hier Liebe beim Machen hineingeflossen ist. Vieles wurde wirklich noch über Masken und Mechatronik gelöst statt über CGI (was normalerweise ein riesen Pluspunkt ist, da die Ergebnisse meist doch greifbarer aussehen).
Gut gefallen haben mir auch einige Späße des Leprechauns wie z.b, dass er den Zuschauer direkt wegen der Liebe zum Gore anspricht oder spöttische Bemerkungen zum Ökokult.
Andererseits gibt es auch einiges, was mich stört: Der Gorepegel wurde spürbar nach oben geschraubt - die Zerhexelszene aus Teil 2 deutlich überboten. Trotzdem kommt oft kein Mitfiebern auf mit den Opfern und die Wirkung entfaltet sich nicht wie erwartet.
Die Dinge sind zu klar. Anders als in anderen Teilen darf hier nie jemand entkommen. Wer auf den Leprechaun trifft (Ausnahme bildet die nicht gelungene Schlussszene im Abspann) ist sicher des Todes.
Inhaltlich wenig überzeugend wirken auf mich die Wiedergeburt aus Ozzi heraus (Alien lässt grüßen), Ozzis Geist (warum nur er ein Geist wird und sonst kein anderes Opfer ist eines von etlichen hausgroßen Logiklöchern des Streifens) und eben die Schlussszene auf welche ich gleich noch mehr eingehen werde.
Wenn eine Figur nicht den selbst kreierten, Regeln des Werkens stringent unterliegt, ist das für mich ein riesiger Malus. Dadurch wird dann nämlich die innere Logik des Films zerrüttet und der Inhalt wirkt surreal und verkommt zur Willkür. Ich mag aber gute Geschichten mit stringenten Storys und ärgere mich dann über so etwas. Das Freddy Krüger Remake litt unter demselben Problem.
Egal was man mit dem Leprechaun macht - er stirbt nicht. Selbst als alle Dinge erfüllt sind, die er selbst als nötig für seine Vernichtung angibt. So sehen wir, nachdem der Killerkobold verbrannt ist, selbigen im Abspann wieder. Dort reist er den Helden als kurzzeitig friedlicher und gedemütigter Anhalter auf der Klappe eines Hühnertransporters nach. Statt in einer möglichen Fortsetzung einen neuen Kobold zu bemühen bleibt man ohne Grund vorsichtshalber beim Gleichen unter dem Verlust aller internen Logik.
Andererseits stärkt diese den Comiccharakter und auch in den anderen Teilen stirbt er ja letztendlich nie.
Da dies alles (auch der Verzicht auf Sex und Nacktheit) so wie die nur wenig talentierte Schauspielgarde (Ozzi funktioniert als Hommage auf den ersten Teil der Reihe noch am besten - wird den Nichtkennern der Reihe aber zu wenig vorgestellt) aber wenig Entzücken verursacht hat, bleibt es wohl bei diesem Werk hier und der bereits angekündigte nächste Teil wird sich nicht an diesem hier orientieren.
Soll das nun als Verriss verstanden werden? Nein!
Wer Fan der Reihe ist, wird dennoch unterhalten; wer die Reihe gar nicht kennt wird aber noch mehr Probleme und weniger Spaß damit haben als die eingefleischten Fans.
Der Film ist handwerklich zufriedenstellend, effekttechnisch gut, schauspielerich sehr durchwachsen und steht sich durch das katastrophal schlechte Drehbuch selbst im Weg. Der Streifen mag auch seine Zielgruppe nicht wirklich finden. Für Neulinge erklärt er zu wenig, für alte Hasen agiert er zu widersprüchlich und konfus (ganz anders als die aktuellen Halloweenteile).
In der aktuellen Komplettbox kann und soll man ihn aber mitnehmen und auch anschauen - da macht man beim einmaligen Genuss nichts verkehrt. Einen Klassiker mit großem Wiederschauwert haben wir aber hier nicht. Ergo gibt es von mir 5 Punkte zu denen sich Fanboys des Kobolds und Nostalgiker einen Punkt dazuzählen dürfen.