Ehemals auch When Robbers Meet The Monster betiteltes Großprojekt verschiedener wichtiger Personalien des (ehemaligen) HK-Kinos, die nun und seit längerem in der Volksrepublik China tätig und bevorzugt dort ihre Penunzen am Verdienen sind. Hier als Zusammenarbeit von Andrew Lau als Regisseur und u.a. Derek Yee und Peter Chan als Produzent, dazu eine Mischung aus (scheinbar) vermehrt auch kantonesischen Darstellern mit einem (tatsächlich) großen Zutun von Schauspielern vom Festland, die in der Vereinbarkeit entsprechendes Interesse natürlich gerade auch im wichtigen chinesischen Markt erreichen sollen und folgerichtig wurde auch das Weihnachtsfest 2018 als Veröffentlichungsdatum gewählt. Leider oder ungünstigerweise hat man während des Drehs nicht bedacht oder es auch nicht vorhersehen können, dass sich binnen eines Jahres – der Dreh wurde Juni 2017 abgeschlossen und in die Nachproduktion gegangen – der Geschmack des Publikums komplett gewandelt hat und die ehedem angesagte Gattung der Fantasy derzeit ein totes Geschäft und das Bermudadreieck schlechthin für Big Budget Kino, inklusive selbst Jackie Chans The Knight of Shadows: Between Yin and Yang (2019) ist. Dem kolportierten genutzten Finanzrahmen von (tatsächlich auch gut genutzten) 50 Mio. USD steht ein Einspiel von etwa einem Fünftel dessen gegenüber; womit man sogar noch 'Glück' hat, wenn man sich die total gescheiterte Konkurrenz von Werken wie Asura oder Legend of the Ancient Sword (beide 2018) ansieht:
Die Ming-Dynastie ist am Abflauen. Der Eunuch Crane [ Alex Fong ], Commander of Eastern Depot, plant eine Machtübernahme, wozu auch ein Geschenk des Königreiches Brunei, ein seltsames Monster namens 'Lucky' benutzen und von seinem Tiertrainer Ocean [ Louis Koo ] entsprechend ausbilden will. Ocean, der die grausame Herrschaft seines bisherigen Meisters sowieso satt hat, setzt sich mit dem im Grunde harmlosen Wesen aber ab, wozu er zum Staatsfeind und eine hohe Belohnung in Höhe von je 30.000 Taler auf ihn und 'Lucky' ausgelobt wird. Als Cranes Second-in-Command Constable Wang [ Wu Yue ] den Abtrünnigen tatsächlich gefangen nehmen kann, plant dessen Geliebte Frigid [ Haden Kuo ] die Befreiung, wozu sie die Hilfe mehrerer Gestalten wie Bella [ Zhou Dong-Yu ] & Blade [ Cheney Chen ] von den Sichuan-Shaanxi Rebel Forces und der aufs Kopfgeld abgesehenen Banditen Cypress [ Bao Bei-Er ], Saucy [ Pan Bin-Long ] und Dash [ Kong Lian-Shun ] und die Ausrede eines zu raubenden Schatzes benötigt. Ein großes leerstehendes Haus in der Felsschlucht wird zum Mittelpunkt einer Scharade.
Regisseur Lau, der wie so oft auch hier die Kamera mit führt und als Director of Photography auch seine Karriere begonnen hat und die weiterhin seine Stärken liegen, weiß immerhin die geeigneten Bilder zu schaffen und eine altertümliche Welt in ihrer ganzen Pracht zu generieren. Nach Storm Riders (1998), A Man Called Hero (1999) und The Guillotines (2012) auch erfahren im Umgang mit dem Genre des Wu xia pian und einem erhöhten Budget sieht der Film von den ersten Einstellungen her qualitativ hochwertig aus und im besten Fall glanzvoll bis theoretisch das Schwelgen in dieser Imagination wert, sowohl die kräftigen Farben bei den pompösen Landschaftsaufnahmen, die mit reicher Natur und epischen Weiten sowie panoramalastigen Aufnahmen angereichert sind. Als auch die einzelnen Bilder von Stätten wie einem düster-tiefen Verlies, einer nebelumschwärten und von Spinnenweben vernetzten isolierten Taverne – die den Hauptteil der Szenerie stellt und wo man in guten Momenten an Flying Swords of Dragon Gate (2011) erinnert – bis hin zu Überblick und Details von Stadt und Lager der jeweiligen Szenerie.
Im Überfluss sind und das diesmal leider auch die gestalterischen Mittel der Inszenierung selber, wird schon in den ersten Minuten mit einer Pre-Title, einer Montage, dem Anspielen eines Liedes, mit Zeitraffer, mit kleineren Zeitsprüngen, mit Animationen und mehr oder minder gelungenen und teilweise unnötig überbordenden Einsatz der Tricktechnik geklotzt und nicht gekleckert. Ein aufwändiges, aber auch anstrengendes Kino, welches keine Muße lässt und keine Ruhe selbst am Anfang der Geschichte und kein sanftes Hineingleiten in das Areal zulässt. Auch die Cameo von u.a. Peter Ho, Fiona Sit, Ken Lo, Sam Lee und Henry Fong Ping sind alleinig dort platziert. Von der vermeintlichen HK-Besetzung ist bis auf Koo, der gar nicht richtig im Film ankommt und wie geistig und körperlich abwesend ist, dann niemand aus der Kronkolonie mehr über; außer Alex Fong, welcher sich noch als einziger auch engagiert und mit zu den wenigen Pluspunkten zählt.
Und der gesamte Film ist als Komödie, als gescheiterter Versuch der Nachahmung der Blockbuster Monster Hunt (2015) und Monster Hunt 2 (2018), also mit niedlichen Tierchen für die Kleineren und einem ganzen Batzen von humoristischen Nichtigkeiten und simplen Gags und vielleicht auch als harmlose Parodie auf das Genre angelegt; schon von vornherein keine Sparte für den Filmemacher Lau und gerade für westliche Zuschauer auch überhaupt nicht geeignet und schnellstens als purer Überdruss bis hin zur forschen Entnervung formuliert. Vor allem im Mittelteil, im Kennenlernen aller Beteiligten in der Taverne, welcher als Art Lackmeiern der verschiedenen 'Gauner' angelegt ist, gibt Grimassen en masse, vermeintlich lustige Gestiken und Kostümierung, dazu verbaler Haudraufwitz, der in keiner Art und Weise funktioniert und vielmehr in seiner Hülle und Fülle selbst beim offenen Zuschauer bald Widerstreben bis hin zu leichten Kopfschmerz auslöst.