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Butch "Bullet" Stein war ein hoffnungsvoller Sportler, bevor er sich entschloss, die einträglichere Laufbahn eines Kriminellen einzuschlagen. Und doch saß er acht Jahre im Gefängnis, für ein Verbrechen, dass er nicht begangen hatte. Jetzt ist er wieder draußen und will seine Straße wiederhaben. Doch hier ist kein Platz mehr für ihn. Tank, der allmächtige Drogenboss, regiert sein altes Revier und duldet keinen Rivalen. Er befiehlt Bullets Tod, doch manche Menschen haben scheinbar mehr Leben als eine Katze.

Das Spektrum von Bullet ist ganz schön weit gefächert. Mickey Rourke darf sich hier mal so richtig in allen Facetten austoben und tut dies auch, auch wenn er dabei manchmal hart an der Grenze zur Arroganz vorbeischlittert. Frisch aus dem Knast entlassen, macht er mit seiner kleinen jüdischen Gang aber den gewohnten Ärger nimmt und dealt Drogen und verkloppt ein paar abtrünnige Yuppie Kunden, noch bevor er zuhause ein "Hallo, bin wieder da" verströmen kann.
Hier sieht man aber auch die Eckpunkte des Films, denn sowohl das harte Gangstertum als auch das eher softe Familienleben sind zentrale Punkte, zwischen denen das Script pendelt. Wirklich harte Szenen, die die 18er Freigabe rechtfertigen, gibt es im Grunde nur wenige Auge aus-, Hand durchstechen, ein harter Boxkampf und wenige, mäßig blutige Shootouts sind da auf der Actionseite zu verbuchen.
Um die Figur aber möglichst ambivalent und somit auch durchaus authentisch zum realen Leben zu gestalten, gibt es auch die menschliche Seite des harten Maxe. Die Eltern wollen ihm einen gescheiten Beruf zuschanzen, sein sensibler jüngerer Bruder ist zwar bei den Aktionen mit dabei wird aber nie wirklich einbezogen, während der ältere Bruder sich im Militärwahn befindet und in dreckiger Unterwäsche (sogar am Esstisch, bäh) seine mentale Klapse pflegt. Die Gegenseite repräsentiert ein Typ namens Tank, nur echt mit Augenklappe, woran wohl Bullet irgendwie schuld sein mußte.
Der Film ist aber eigentlich so etwas wie eine Milieustudie, die vielleicht gar nicht mal so weit weg von der wirklichen Welt ist. Mal abgesehen vom Gaga-Louis, der aber den größten Spaß beim Zusehen macht, Kindern das Kehle schlitzen beibringt und am Ende sogar den finalen Lacher auf seiner Seite hat, gibt es hier eher Normalos zu sehen. Der Antiheld wird dementsprechend auch im doch sehr zügigen Showdown auch nicht für seine Taten belohnt, es gibt keine Gewinner. Ich hatte mir allerdings etwas mehr Tempo und weniger Melodram gewünscht. So bleibt Bullet zwar ganz unterhaltsam, aber doch nix Halbes und nix ganzes.
6/10

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