Gänsehaut - boah, ey! Krass. Das muß ja voll gruselig abgehen! Unheimlich, übernatürlich, beängstigend, schrecklich und so.
Ach nee, die deutsche Titelschmiede hat nur mal wieder zugeschlagen...
Haunted House of Horror (ok, ein ähnlicher Knaller-Name...) ist aber alles andere als ein richtiger Oldschool-Horror mit Geistern, Kettenrasseln und dunklen Kerkern, und erst recht kein Hammer-Horror der alten Schule. Er ist... naja, seltsam.
Gemäß der Entstehungszeit hat man damals nämlich Topaktuell die Swinging Sixties in all ihrer bunten und peinlichen Pracht, inklusive Klamotten und Frisuren, auf's Zelluloid gebannt. Da brüllt der Beat, da riecht man die sexuelle Freiheit. Yeah...
Nur haben wir es hier mit einem Horrorfilm zu tun, daß heißt, unserer jugendlichen Partyclique (sprich: den Hauptfiguren) muß etwas Unheimliches zustoßen! Ganz einfach: Die Party ist öde, also auf zum verlassenen Haus auf dem Lande, eine zünftige Geisterbeschwörung abgehalten. Und zack! da gibts den ersten Toten...
Das Problem ist nun, daß die Mischung nicht funktioniert. Nicht nur, daß wir einerseits die funky Stadt-Szenen und andererseits die recht lahmen "Gruselszenen" in der alten Villa haben, daß Grundgerüst entpuppt sich als verstaubter Krimi inklusive britisch-geschnöselten Polizisten und völlig unaufgeregter Regie. Dazu kommen dann noch die steifen Darsteller, welche außer overacting oder gepflegter Langeweile nicht viel zu bieten haben.
Der Film wirkt heutzutage also seltsam doppelt-antiquiert. Hier fallen Frauen im Angesicht des Schreckens noch schreiend in Ohnmacht, und Rauchen ist Ausdruck eines hippen, coolen Lebensgefühls...
Da der Spannungsbogen ebenfalls kontinuierlich im Keller ist, wäre der Film eigentlich eine ziemliche Gurke. Wenn da nicht zwei Szenen wären, die das Ganze noch Schräger machen: Zwei sehr blutige Giallo-artige Messermorde.
1969 schon ein Novum. Insgesamt stellt sich Gänsehaut also als Kuriosität dar, welche nur bedingt unterhält. Freunde von 60er-Popart und Beatmusik, aber ebenso Giallo-Fanatiker könnten einen Blick riskieren. Trotzdem das Ende vorhersehbar ist, nimmt das Drehbuch auch einen ungewöhnlichen Verlauf. Als Anhänger obskurer Filmwerke, werte ich abschließend immerhin noch mit 5/10.
MovieMadness