Review

Die beiden jungen Cops H2O [ Stephen Fung ] und Sammy [ Ken Cheung ] werden nach einem speziellen Eignungstest als "Sunshine Cops"ausgesucht. Sie sollen das Image der HK-Polizei verbessern und werden von Superintendent Margarita So [ Eileen Tung ] dementsprechend medienwirksam in Szene gesetzt. Als sie richtigen Gaunern in die Quere kommen, müssen sie sich beweisen...

Golden Harvest Produktion, die ein Buddy Picture für die eher jüngere Generation darstellt, aber daneben auch eine gute Portion Action für jede Altersgruppe bereithält und sich als blendender Gute Laune Film präsentiert.
Zudem eröffnete der Film mehrere Karrieren mittlerweile bewährter Leute, so gab Autor Felix Chong [ schrieb u.a. die Infernal Affairs Trilogie, Tokyo Raiders, Initial D ] hier ebenso sein Debüt wie die beiden Darsteller Angelica Lee [ The Eye, Koma, Divergence ] und Ken Cheung [ Sharp Guns, Extreme Challenge, Dragon Squad ].
Die letzteren gehen eine harmonische Verbindung mit dem damals beileibe auch noch nicht so bekannten Stephen Fung ein und sorgen so als Dreiergespann für ein sympathisches Team, dass automatisch für viel Wohlwollen und Zuspruch garantiert.

Die gesamte Atmosphäre selber zeugt mehr von Sommer, Sonne, Spass als das sie unbedingt Realismus vorgeben muss; einige gute Bezüge zum Thema Medienkampagne werden zwar angerissen, aber sollen nicht weiter zum Handlungsschwerpunkt fallen. Ironischerweise wurde das gleiche Subjekt in Johnnie Tos Breaking News auf zu ernste Weise aufgezeigt und bekam hier schon fünf Jahre zuvor sein Kontrastprogramm: Dort sollte der gleiche positive Effekt für die Polizei mit denselben Mitteln der inszenierten Verbrechensbekämpfung umgesetzt werden; bei To konnte sich die Struktur des Filmes aber nicht zwischen Satire und Ernst unterscheiden und setzte sich so zeitweise zwischen alle Stühle.
Hierbei funktioniert das Thema als Aufhänger für pures Entertainment besser, da es nicht zu offensiv und verbissen betrieben wird; die eben nicht propagierte Seriösität vom Ausgangspunkt an transportiert die Propaganda viel erfolgreicher. Man will nicht unbedingt was Gehaltvolles aussagen, sondern es nur als Rahmen für seine Actionkomödie nutzen; trifft aber trotzdem nebenbei einige wahre Punkte, ohne dann sein ganzes Gewicht darauf zu verlagern.

So kommt nicht nur der Film selber, sondern auch die Methodik darin besser beim Zielpublikum an; die angeplante Bewusstseins- und Verhaltensänderung der angesprochenen Heranwachsenden wird hier in beiden Fällen mit mehreren persuasiven und suggestiven Mitteln durchgezogen, welche eher das Bauchgefühl als den Verstand der Adressaten anspricht. Werbung vermischt sich mit Wahlpropaganda zu einer grossen Medienkampagne, die durch Massivität und mit den Lockmitteln jugendlicher Sprache die Entscheidungsfähigkeit beeinflussen soll.
Durch Aufpeppung des Äusseren, gestylte Kleidung, Fotoshootings und Auftritte vor den allgemeinen Aufenthaltsorten wie Schulen, Spielhallen und Shoppingcenter wird die Teenie – Klientel überrannt, neue role models und Idole geschaffen und so nicht nur die Anzahl zukünftiger Rekruten gesteigert, die genauso werden wollen, sondern auch eine Prävention von Verbrechen eingeleitet.
Sicherlich macht man es sich da zu einfach und zu simpel ist es auch, eine solche Kampagnen zu manipulieren; negative Gerüchte und üble Nachreden durch eben schlechte Presse zu streuen, was zudem als Kontrast auch seine Quote bringt.

Wenn man diesen strategischen Feldzug von Politik und Öffentlichkeitsarbeit von der Handlung streicht, bekommt man immer noch genug tragfähige Geschehnisse in der Polizeiarbeit selber geboten; als aktive Vergehen gegen das Gesetz stösst das public relations Copduo mitsamt der SDU auf eine schwer bewaffnete Verbrecherbande, und einzeln auf eine Geiselnahme im Kindergarten und ein Kidnapping, woraus zum Schluss die gewaltsame Besetzung nebst Stürmung einer Schule wird.
Auch dazwischen wird genug Anlass für Action und dann auch deren Ausführung gesorgt; erfreulich für die heutigen Verhältnisse im HK Kino wird das Talent der Choreographen hierbei öfters als im gewohnten Maßstab eingesetzt.

Regisseur Liu Kim Wah, normalerweise als Assistant Director bei aufwendigeren Produktionen tätig, sowie sein Action Direcor Ma Yuk Shing nutzen die geschrieben Möglichkeiten dann auch ausgiebig aus; neben genug Spielraum für tempotreibendes Martial Arts und Shootouts wird sich auch um entsprechend attraktive Realisierung gekümmert. Gingen bei anderen, ruhigen Zwischenszenen die etwas uninspirierte Verwendung von Zeitlupen, Zeitraffer, wiederholten Einstellungen und schiefen Perspektiven leicht daneben, so ist die Applikation von Stilmitteln hierbei abgemildert und auch gleich gelungener eingesetzt. Hier und da zeigt sich das geringe Budget etwas, aber man konzentriert sich darauf, dass die entsprechenden Bewegungen der Konfrontationen auch im Bild sind, und lässt ansonsten nur mit unterstützender Hilfe von dynamischer Schnittechnik und etwas glimpflich implentiertem wirework seine fähigen Darsteller aufeinander losgehen. Speziell bei dem Konflikt in der Eisfabrik werden die gefrorenen Klumpen schön abwechslungsreich in gekonnter Manier für den jeweiligen Effekt eingesetzt, auch sonst dient häufig etwaiges Inventar zur Steigerung der Wirkung.
Der Showdown greift die entsprechende Sequenz aus Fight back to School 2 samt seinem Schauplatz auf und nutzt damit das bewährte Stirb Langsam Prinzip; nur in der straffen Kurzfassung.
Vom Härtegrad her bleibt man in der 2A Category, lässt die Tritte und Schläge aber dennoch genug Druck hinter haben, legt hier und da auch mal Knochenbrüche ein und blendet ebenfalls nicht bei jedem Einschuss aus.

Sonst wird sich aber schon um eine jugendfreie Umsetzung gekümmert und dazu leider auch etwas zu kindisch mit den Witzen hantiert. Zwischendurch geraten einige Spässchen auf das Niveau von Pennälerscherzen und warum die Cops sich mit High School Jungs anlegen, an deren 16jährigen Mädels rumgraben und ein Skateboardduell absolvieren wird auch nicht so ganz plausibel; zumal es dem Film kurz puerile Anstriche verleiht. Auf der anderen Seite bringt man einen Insiderjoke mit Phillip Kwok [ Action Director bei Big Heat, Hard Boiled, Pakt der Wölfe ] als Waffeninstrukteur und Choreograph beim Film mit ein, den man ohne ein gewisses Alter erreicht zu haben sicherlich überhaupt nicht erkennt und damit auch nicht verstehen wird.

Zu sehr auseiander nehmen sollte man den Film dann auch nicht; die Crew hatte sichtlich Spass beim Dreh, was sich dann auch auf die Zuschauer überträgt. Das Tempo ist durchweg hoch; Drama und auch andere Bremsen wie überbordene Romantik und zuviel Tiefgang lässt man zugunsten eines locker – flockigen Geschehens mit viel körperlicher Interaktion aussen vor. Sicherlich wegen seines dünnen Gehalts nicht für jeden Griesgram geeignet, aber der Rest sollte eigentlich auf seine Kosten kommen.

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