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Eine Anthologie ist ein Format, welches in erster Linie mit dem Horrorgenre verbunden ist. Im Bereich Action ist dies eher ungewöhnlich und so hat man es bei der Kurzfilmsammlung „Blood, Sweat and Terrors“ mehrheitlich mit Action denn Horror zu tun.

„Empire of Dirt“ liefert einen schwachen Einstieg, bei dem sich ein Typ durch ein Bordell ballert und kämpft, um letztlich Bekanntschaft mit einer übersinnlichen Instanz zu machen. Eine Pointe bleibt leider aus.

In „Awesome Runway“ wird ein Mann unter Drogen gesetzt, doch ihm scheint die Flucht von seinen Häschern zu gelingen. Die Quintessenz ist spaßig, doch dieser wird durch eine lausige Choreographie getrübt, bei der Schläge den jeweiligen Gegner um Zentimeter verfehlen.

„Jacob’s Wrath“ spielt auf zwei Ebenen. Hier geht es um einen Vater, der den Mörder seiner Tochter zur Rechenschaft ziehen will. Kaum Action, wenig Spannung und unnötige Verwirrung sorgen für einen eher schwächeren Beitrag.

„Flow“ liefert den kürzesten Stoff der Anthologie. Zwei Soldatinnen streiten sich während der Verteidigung eines Areals intensiv über die Verantwortung von Monatshygiene. Die Dialoge kommen etwas plump daher, dafür fließt hier und da etwas Blut.

Für den besten Kurzfilm „Express Delivery“ zeichnet sich Regisseur Beau Fowler verantwortlich, der auch die Hauptrolle bekleidet. Er spielt einen entführten Typen, der von seinem Peiniger aus dem Kofferraum gezerrt wird, woraufhin sich ein Kampf entwickelt, der eine hervorragende Choreographie und eine ebenso gekonnt geführte Kamera aufweist. Auch ein wenig Humor kommt nicht zu kurz.

Eine eher dünne Story weist „Turncoat“ vor, in der ein vermeintlicher Gangster von zwei Cops in seiner Wohnung aufgesucht wird, woraufhin dieser versucht, die Gesetzeshüter gegeneinander auszuspielen. Die Auflösung und eine garstig blutige Einlage retten noch ein wenig.

„Get Some“ liefert eine Mixtur aus Action und Horror. Ein selbsternannter Jäger lässt sich von einem Filmteam während einer Zombieapokalypse begleiten. Das Make-up der rasenden Infizierten ist durchweg gelungen, der Humor zündet jedoch nur bedingt und die Pointe wirkt so, als sei der Kurzfilm ein Ausschnitt eines Piloten.

Ein weiteres Beispiel für eine gelungene Kampf-Choreographie liefert „Olga“. Die Titelgebende rächt sich in einem Lokal an den Mitgliedern der Mafia, was natürlich nicht unblutig vonstatten geht. Kurz und knackig auf den Punkt.

Den Abschluss bildet „Fetch“, der einen gleichnamigen Privatermittler in den Fokus rückt, der das entführte Kind reicher Eltern aufspüren soll. Kampfsportler Daniel Bernhardt führte Regie und beweist ein gutes Gespür für die Mechanismen eines Neo Noir, gepaart mit einigen gelungenen Kampfszenen. Die Pointe dürfte durchaus für ein Schmunzeln taugen.

Von Rache-Thriller über Zombieaction und reiner Klopperei ist das Spektrum breit gefächert und selbstredend gibt es innerhalb der neun Beiträge enorme qualitative Unterschiede. Leider gibt es keine Rahmenhandlung und auch keinen roten Faden, der die einzelnen Elemente miteinander verbindet. Für Kurzweil ist innerhalb der 98 Minuten dennoch gesorgt und so könnten primär Actionfreunde an einigen Stellen fündig werden.
6 von 10

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