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Sam Lowry ist kleiner Archivangestellter in einer Abteilung eines Ministeriums. Seine Mutter organisiert seine Beförderung mittels Vitamin B, gegen seinen Willen. Doch als Sam erkennt daß er dadurch seiner heimlichen Liebe auf die Spur kommen kann nimmt er die Beförderung an und findet sich kurz darauf als Angestellter des Informationswiederbeschaffungsministerium wieder.

Terry Gilliam schuf einen Science-Fiction-Film der aus lauter seltsamen und befremdlichen Dingen besteht. Sowohl die Kulisse wie auch das gesamte Umfeld und die Verhaltensmuster der Personen sind reichlich absurd und unfreiwillig komisch. Was anfänglich für Verwirrung und Staunen sorgt wird zunehmend befremdlich und langweilig. Man kann sich nicht hineinversetzen in diese Gilliam'sche Traumwelt. Die zwischendurch eingespielten Traumsequenzen von Sam tun ihr übriges hinzu um weitere Verwirrung zu stiften.

Der einzige erkennbare rote Faden ist die Suche nach Sams Liebe, einer gesuchten Terroristin. Doch auch diese ist auf ihre Weise seltsam. Sam, so scheint es, ist der einzig nachvollziehbare Charakter, ein Mensch gebliebenes Überbleibsel vergangener Tage und für uns Bindeglied zwischen unserer Welt und der von Gilliam geschaffenen. Was an Stanley Kubricks "Clockwork Orange" erinnert zermürbt allerdings schnell die Zuschauernerven. Statt des weißgetünchten Laborcharakters sind wir hier mit düsteren und grauen Abgründen einer psychotischen Zivilisation konfrontiert, ohne jegliches Verständnis.

Nicht nachvollziehbar sind Handlungen, Sprechweisen und Verhalten der Protagonisten, noch unverständlicher welchem Zweck diese geschaffene Welt überhaupt dienen soll. Daß der Film nicht nur Fiktion ist sondern auch mit altertümlichen Reliquien arbeitet ist darüber hinaus zusätzlich befremdlich. Ein Beispiel: Eine Schreibmaschine aus Omas Jugendtagen, kombiniert mit einem Spiegel soll ein moderner Computer sein? So naiv war man doch 1985 als Brazil entstand nun wirklich nicht.

Ich kann mit Brazil nichts anfangen, kann mich in diese erschaffene Scheinwelt und diesen absurden Überwachungsstaat in keinster Weise hineinversetzen und der Handlung nur mühsam folgen. Robert De Niro reisst da leider auch nichts raus - spielt er schließlich lediglich eine mickrige Nebenrolle.

(4/10)

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