Terry Gilliam (Time Bandits, 12 Monkeys) hat mit Brazil sein Meisterwerk geschaffen. Der Film beschäftigt sich mit der Frage: Sind unsere Träume unerreichbar?
Als Bezugsperson haben wir hier den Hauptcharakter, der in einem grauen Industriestaat lebt. Um aus dieser grauen Welt zu flüchten, rettet er sich in seine Tagträume, wo er mit Flügeln, Ritterrüstung und Schwert bewaffnet, eine Frau rettet. Als ihm im realen Leben tatsächlich eine so aussehende Frau begenget, will er sie als Freundin. Aber sie ist eine Gegnerin des Systems, dem er dient. So versucht er eine Fluchtmöglichkeit für sich und sie zu finden und nimmt es mit dem System auf.
Die Fragen, die der Film aufwirft sind Fragen, die einen lange verfolgen. Ist die Realität inzwischen schon so grausam geworden, dass es Menschen gibt, die sich in ihre Träume flüchten, da sie sonst nichts Schönes mehr am Leben sehen können? Ist unser Staat zu einem radikal handelnden Komplott verkommen? Hat man als normallebender Mensch keine Chance seine Sehnsüchte auszuleben?
Fragen über Fragen, die jeder Mensch nur für sich beantworten kann. Das beste Beispiel hierzu ist folgende Szene:
[ACHTUNG SPOILER] Als der Hauptcharakter seine Freundin öffentlich für Tod erklärt und glaubt gerettet zu sein, wird er verhaftet und seine Freundin wird erschossen. Er dagegen kommt ins Gefängnis und rettet sich wieder in seine Tagträume. Aber dieses Mal steigert er sich sosehr hinein, dass er nicht mehr zur Realität zurückfindet. [SPOILER ZUENDE]
Soll uns hiermit gesagt werden, dass man sich früher oder später sowieso mit der Realität auseinendersetzen muss? Dass es sinnlos ist zu träumen?
Also! Sind unsere Träume unerreichbar? Diese Frage wirft der Film auf und bombardiert den Zuschauer geradewegs mit Bildern um seine Aussage klarzumachen. Explosionen, nichthumane Menschen und verlorene Freiheitskämpfer.
Die Schauspieler machen allesamt sehr gute Darstellungen. Jonathan Pryce als Hauptdarsteller, Robert DeNiro als Klempner, der für einen echten Brüller sorgt und natürlich auch noch die anderen Schauspieler.
Das Musikstück Brazil, das den gesamten Film durchzieht passt zur Gesamtatmosphäre und die restliche Musik ebenfalls.
Terry Gilliams Meisterwerk schlechthin und ein Filmklassiker, wie es davor noch keinen gab. 10/10 Punkte.