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Mit "Beyond The Limits" schaffte Olaf Ittenbach den deutlichen Sprung vom ambitionierten Independentfilmer hin zum richtigen Spielfilmregisseur, wenn man mal von dem etwas zweifelhaften "Legion Of The Dead" absieht. Dabei packt er zwei Storys in eine und verbindet diese über ein altes Relikt, das ewige Herz. In der ersten Hälfte ist dieses wertvoll leuchtende Artefakt Gegenstand von blutigen Auseinandersetzungen zwischen Gangstern, allen voran ein Lack & Ledersadist mit seinem bizarren Helfer. Zum einen fällt die Kamera auf, die schon zu Beginn an die Gangsterfilme Asiens angelehnt ist, Duellsituationen werden da z.B. mit 360° Schwenks gefilmt. Der Plot ist mit der ein oder anderen Wendung bedacht, was die Story spannend hält und dem hohen Tempo entgegenkommt. Nicht gerade zimperlich gehen die Charaktere miteinamder um, während die Frauen bei dem geplatzen Abend überrascht und geschockt sind von den rauhen Sitten ihrer Männer. Doch das soll sich schnell ändern, denn rapide erhöht sich der Bodycount, mit gewohnt exzellenten SFX verwöhnt Ittenbach seine Fans und liefert eines seiner bis dato brutalsten Schlachtfeste ab. Der Kunstblutgehalt ist zwar nicht so exorbitant hoch wie bei "Premutos", doch dürften diverse attraktive Körperteilungen dem Gorehound ein Freudenfest sein. Weniger humorvoll geht es dabei zu, wenn man den Vergleich zu älteren Ittenbachflmen zieht, besonders die erste Terrorgeschichte entbehrt nicht gerade einer gewissen Härte. Die semiprofessionellen Darsteller dürfen alle mal etwas overacten oder wichtiger sein wollen, als man es ihnen abnimmt, unterhaltsam ist es trotzdem. Die zweite Geschichte verschlägt den Zuschauer und das Herz mittels Rückblende in das Mittelalter, wo ein Kampf zwischen unterdrückten Christen und dem teuflischen Kirchenoberhaupt mit seinem Folterknecht um die Macht des wertvollen Herzens ringt. Insgesamt ist es zwar gut gemeint, doch ein wenig viel und vor allem zum Ende hin im Spannungsbogen abfallend, da das Drehbuch etwas viel hineinpackt. Die Liebesszenen sind regelrecht deplaziert und die pappigen Studiomauern erwecken nicht gerade den Eindruck vom finsteren Folterkeller Burghausens. Immerhin gibt es auch dort mit Schwertern und diversen Folterwerkzeugen einige blutige, tolle Szenen, diese integrieren sich jedoch nur noch leidlich in eine Story, die nicht so recht fesseln will. Obwohl ein ganzer Haufen professioneller Ideen umgesetzt wurde, krankt dieser Streifen an dem Gefühl, das er transportiert, nämlich, nicht Fleisch und nicht Fisch zu sein. Als Vorzeigeobjekt, um die Fingerfertigkeit zu beweisen, bestens geeignet, doch als durchgehende Unterhaltung etwas holperig, um nicht zu sagen, etwas viel des Guten. Gemessen an den üblichen Mainstreamproduktionen bietet "Beyond The Limits" (unpassender Titel übrigens) allemal eine willkommene Abwechslung, vor allem natürlich wenn der Betrachter einmal wieder ein konsequentes Splatterspektakel sehen will. Ein Kuriosum ist übrigens die Synchronisation, denn die englischsprachige Promo-DVD sorgt in Dialogen und Aussprache für Fremdschämen, während die deutsche Synchro von XT-Video durchaus annehmbar ist.

Fazit: Olaf Ittenbach plus Budget ergibt zwar keinen neuen Clive Barker, doch nett ist das schon. 6/10 Punkten

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