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Wer Besessenheitshorror dreht, geht fast immer auf Nummer sicher und spult die hinlänglich bekannten Verlaufsmuster ab, wobei „Der Exorzist“ im Vorfeld erwähnt wird, damit man auch weiß, was bei alledem Pate stand. Autor und Regisseur Jason DeVan kopiert ebenfalls munter drauf los, doch er kommt erst spät auf den Punkt.

Nach einer schweren Kindheit verschlägt es Schülerin Ashley zurück in ihren Heimatort, um bei ihrer Tante zu wohnen. Als sie mithilfe einer Freundin Kontakt zum Geist ihrer verstorbenen Mutter aufnehmen möchte, fährt eine dunkle Macht in die junge Frau…

Im vorliegenden Fall tritt der Gehörnte persönlich auf den Plan, sein Auftritt zählt zu den wenigen gelungenen, denn die übrigen Figurenzeichnungen fallen auffallend schwach aus.
Ashleys Kindheit wird mit einem halbwegs stimmungsvollen Flashback illustriert, wogegen sie in der Jetztzeit keine auffallenden Attribute erhält. Gleiches gilt für ihre offenbar religiös veranlagte Tante, die kaum älter ist als Ashley. Hinzu gesellen sich zwei lokale Geistliche (u. a. Bruce Davison), ein vages Love Interest und die neue beste Freundin, die den Stein erst ins Rollen bringt.

Nur rollt der Stein sehr langsam. Im Vorfeld deuten sich zwei huschende Schatten an, einmal glaubt Ashley ihre Mutter an einer Lichtung zu sehen, später gibt es noch eine dämonische Fratze, bevor der übliche Tobak mit roten Klüsen, Latein und unorthodoxen Körperhaltungen folgt. Alles unspektakulär und ohne Gespür fürs Timing, denn spannend gestaltet sich das selbst im finalen Akt kaum.

Bezeichnenderweise scheint der Score gar nicht zu wissen, was er da untermalt, denn beliebiges Tingeltangel erzeugt rein gar keine Stimmung. Auch das Blutvergießen hält sich sehr in Grenzen, denn bis auf einen Ellenbogenbruch und einer abgebissenen Zunge im Off (wo auch sonst) ist nicht viel mehr auszumachen. Gewalteinlagen gegenüber dem geneigten Zuhörer sind allerdings vorhanden, denn die Synchro beinhaltet einige auffallend schlecht betonte Stimmchen.

Entsprechend schwerfällig gestaltet sich der Verlauf, wobei durch den merkwürdigen Schnitt kleine Kontinuitätslücken entstehen. Immerhin kommt es in den letzten Minuten noch zu einem minimalen, garstig angehauchten Twist, doch auch der wertet das innovationslose Treiben kaum mehr auf. Nur selten blitzen leicht atmosphärische Momente auf, wogegen die Besessenheit an sich in sämtlichen Zügen vorhersehbar abläuft.
Die schwachen Mimen rund um den offenbar neben sich stehenden Bruce Davison reißen folgerichtig auch nichts.
Ziemlich seelenlos für Stoff, bei dem das Böse um sich greift.
3,5 von 10

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