Review

iHaveCNit: Dogs of Berlin (2018)

Im Fahrwasser von „4 Blocks“ und der Netflix-Erfolgsserie „Dark“ bringt uns Christian Alvart nun sein Mammutserienprojekt „Dogs of Berlin“ auf Netflix. Ob die Mischung aus „Tatort“ ; „4 Blocks“ und „Spielmacher“ funktioniert und ob die Redewendung „Hunde die bellen, beißen nicht“ greift, dazu komme ich später.

Folgenübersicht:
1. V.I.P.
2. Mannschaft
3. Begegnung
4. Heimspiel
5. Schiebung
6. Abseits
7. Derby
8. Länderspiel
9. Verlängerung
10. Siegerehrung

Länge je Folge 50 bis 60 Minuten

Darsteller: Felix Kramer, Fahri Yardim und sehr viele andere.

Regisseur, Drehbuchautor und Idee: Christian Alvart

Einen Abend vor einem großen Länderspiel zwischen Deutschland und der Türkei findet der Polizeiermittler Kurt Grimmer die Leiche vom Topspieler Orkan Erdem. Aufgrund seiner Vergangenheit als Neo-Nazi wird ihm der homosexuelle Türke Erol Birkan als Partner in den Ermittlungen zur Seite gestellt. Während Grimmer in dieser Sache eine eigene Agenda verfolgt, braut sich in Berlin ein Bandenkrieg zwischen einem arabischen Familienclan, Rockerbanden, der jugoslawischen Wettmafia und Neonazis zusammen.

Die Mammutserie von Christian Alvart kann was. Das Alvart mit „Abgeschnitten“ ; „Steig.Nicht.Aus!“ ; den Schweiger-Tatorten, „Antikörper“ und diversen anderen Kinoproduktionen Erfahrung damit hat, einen regelrechten Kino-Look zu erzeugen steht außer Frage und das beweist er auch bei „Dogs of Berlin“ wieder richtig gut. Die Kamerafahrten, die ganze Optik sieht richtig gut aus. Das einzige, was mir etwas sauer aufgestoßen ist, ist ein etwas sehr überbeleuchtetes Fußballspiel vor einer Green-Screen-Optik, was die Authentizität der Serie etwas untergräbt. Darstellerisch kann die Serie mit Fahri Yardims Erol Birkan und vor allem mit dem sehr zwielichtigen, sehr abgründigen Ermittler Kurt Grimmer, der von Felix Kramer gespielt wird. Die Serie ist spannend und dramatisch, aber Alvart hat das Problem, dass hier einiges arg konstruiert wirkt und auch die Dialoge manchmal etwas zu gestelzt rüberkommen. Und einige Klischees werden natürlich sehr bedient. Insgesamt ist das ganze Mammutprojekt etwas zu überladen, wenn man sich anschaut, dass man einen arabischen Familienclan integriert, was die Nähe zu „4. Blocks“ symbolisiert. Die jugoslawische Wettmafia wird thematisiert, wie in Timon Modersohns Film „Spielmacher“, dann hat man einen Verband der Neo-Nazis, eine Rockergruppierung, einen Türken mit homosexuellen Neigungen, einen korrupten Cop mit Neo-Nazi-Vergangenheit und einem beziehungstechnischen Doppelleben und dann natürlich auch noch den Profifussball in die Handlung eingebunden. Das zusammen ist schon sehr großer und harter Tobak, den man erstmal stimmig in ein Gesamtkonzept zusammenpacken muss. Und hier hat sich Alvart etwas verhoben, so dass „Dogs of Berlin“ in der 1. Staffel ein Hund ist der bellt, aber nicht beißt.

„Dogs of Berlin“ - My First Look – 7/10 Punkte.

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