Meine allererste Review nach 16 Jahren stillen Mitlesens!
ACHTUNG ! Spoileralarm! Bitte nur weiterlesen, wenn ihr die Serie schon gesehen habt.
Was einem NETFLIX so alles vorsetzt:
Ich habe etliche externe Reviews bereits auf die Seite gestellt, der allgemeine Tenor ist auch meiner, nicht makellos gut, nicht schlecht, geniale Szenen, dann wieder Dialoge, die einem Hodenschmerzen bereiten. Sollte man sich diese Serie antun? Wenn man Masochist ist oder viel viel Freizeit hat. Und nach 2 Folgen will man ja wissen, wies ausgeht.
DOGS OF BERLIN ? Doppelbedeutung, weil unter anderem mehrere süße Hunde vorkommen und Verbrecher auf beiden Seiten des Gesetzes.
Die Serie beginnt mit dem heutzutage nicht mehr wegzudenkenden langsamen Drohnenflug auf einen Wohnklotz zu, bis ans Fenster, und ja ne, is klar voll drauf auf zwei nackte Menschen beim Doggystile-Poppen. Diese Art des Geschlechtsverkehrs kann man ja prima softcore andeuten. So wird schon mal Kommissar Grimmer eingeführt, einer der beiden Hauptdarsteller. Genial ist dann der Drohnenflug von dieser Wohnung zum einem Tatort, denn Grimmer mal schnell mit einem Säugling am Arm aufsucht. (WARUM?) 2 Tage später läuft ausgerechnet Grimmer ein Hund vors AUDI-Auto, um dann später in seiner Wohnung einen abgebissenen Finger in die Abwasch auszukotzen (WAA-RUM!?), der sich als der Finger des Mordopfers erweist...OMG!
Stärke der Serie: bestes filmisches Handwerk, Schwäche: Dialoge und Handlungen. Auch dass der taffe Fahri Yardim ausgerechnet eine homosexuellen Bullen darstellen soll, verursacht mir persönlich körperliche Schmerzen. Er ist ein guter Darsteller, aber das bringt er nicht rüber. Überhaupt sind alle handelnden Personen bis ins letzte Nebendarsteller-Glied klischeehafte Stereoptypen. Die Polizeichefin ist eine Lesbe, die mit ihrer Polizisten-Ehefrau parallel auf zwei Rudermaschinen trainiert, (Erinnerung an House of Cards, wo Frank Underwood dasselbe macht.)
Es gibt böse Libanesen mit massigen Körpern und mächtigen Bärten, smarte Kroaten, einen Haufen Nazis, und natürlich die türkische Motorradgang. Dann noch ganz viel Rap-Musik von jungen Türken, in Discos, und einen Kurzauftritt von Hafti Haftbefehl.
Für mich als Österreicher waren die hingerotzten und hingenuschelten Dialoge eine absolute Qual, trotz Kopfhörer konnte ich meist nur die Hälfte klar verstehen, ausgenommen den Nachhilfelehrer, der eine wunderbar klares verständliches Deutsch sprach, und der gute Mann war offensichtlich Deutschtürke. Auf sowas muss man beim Dreh doch achten, lieber Regisseur. Es wird doch ständig auf Till Schweiger hingeprügelt, weil der so nuschelt. Und der ist doch ein Buddy von Christian Alvart.
Gegen Ende zu werden die dramatischen Szenen mit so einem furchterzeugenden auf- und abschwellenden Kettensägesirenensound unterlegt, der sehr an den Nerven zerrt und eins zu eins von Gaspar Noe´s "Enter the void" stammt. Alvart hat definitiv von etlichen Filmen "zitiert"...
Die Actionszenen sind vom feinsten, Kamera fährt auf wenige Zentimeter mit Fahri eine Kletterei vom 3 Stock mit hinunter, also Kameraführung und Schnitt sind tadellos zu bewerten, Schärfe des Bildes allererste Sahne, keine Pixel, keine Unschärfen, Dialogton allerdings verbesserungswürdig. Oder sollten nur echte Berliner die Zielgruppe sein?