Review

„Tigerkralle“ ist ein passabler Prügelfilm, aus dem man angesichts der kampfgewandten Besetzung jedoch noch mehr hätte machen können.
Linda Masterson (Cynthia Rothrock) ist eine Polizistin, welche den Streifendienst satt hat und deshalb ohne Befehl nähere Informationen zu dem Mord an einem Kampfsportler einzieht. Sie selbst beherrscht das kunstvolle Kloppen ebenfalls recht gut, wie sie in den Eingangsszene unter Beweis stellen kann. Doch hier muss nur ein einzelner Schmierlappen geplättet werden, weshalb die Action hier kaum nennenswert ist.
Ebenfalls in Kampfsport geschult ist der Drogenfahnder Tarek Richards (Jalal Merhi), der jedoch seinen Sturkopf immer durchsetzen muss, weshalb er auch bei seiner Arbeit undercover mit zwei Kollegen aneinander gerät und die Gangster fast entkommen. Doch auch hier erweist sich die Faust in die Fresse als bewährtes Mittel zur Konfliktlösung, wobei hier etwas länger gekämpft wird und man den Actionfan schon zufriedener stimmt.

Aufgrund ihrer Recherchen bekommt Linda den Fall zugesprochen, muss aber Tarek als Berater hinzuziehen, der eh wegen seiner unerlaubten Arbeit gerade suspendiert ist. Er erkennt, dass der Killer, der inzwischen einen weiteren Kampfsportler getötet hat, den Stil der Tigerkralle benutzt. Gemeinsam suchen sie im Kampfsportlernmilieu nach dem Mörder...
Die Story von „Tigerkralle“ ist komplett 08/15, was schon bei dem Motiv des Killers anfängt. Zu Beginn erwähnt Tarek kurz, dass mit den Morden wohl auf den Tigerkralle-Stil aufmerksam gemacht werden soll, den viele vergessen und was den Killer wohl ärgert. Ansonsten dominiert die übliche Suche nach Informationen und das undercover Ermitteln in einer Kampfsportschule, was nur durchschnittlich spannend und nicht besonders innovativ ist. Zudem kann man den Killer schon anhand der Besetzung der Rollen schnell ausmachen, so dass die Lüftung seiner Identität keine große Überraschung darstellt.
Der Film ist aber immerhin die meiste Zeit über recht gut inszeniert, nur in der Mitte fallen ein paar grobe Schnitzer auf. Denn die hier arg dunkel ausgeleuchteten Clubs und Kampfsporthallen sehen doch etwas billig aus, während die Optik ansonsten OK ist. In der Mitte ist der Film eh etwas lahm, da hier die Kampfszenen kurz und von geringer Zahl sind, so dass die Storyschwächen mehr ins Auge fallen.

An Action wird trotz geringem Schusswaffengebrauch fast nur Martial Arts geboten. Leider könnten die Kämpfe durchaus zahlreicher sein, aber wenn es rundgeht, dann recht ordentlich. Die Inszenierung der Fights liegt auf gutem B-Niveau, wobei mit Cynthia Rothrock, Jalal Merhi und Bolo Yeung drei kampfgewandte Genredarsteller zur Verfügung stehen. Vor allem im letzten Drittel kann der Film ein paar ziemlich gute Fights bieten (Anlegerkampf, Showdown), während in der Mitte nicht so viel an Kämpfen geboten wird. Dabei hätte man mit mehr Fights einen besseren Film produziert.
Die Darsteller sind allesamt nur durchschnittlichem Niveau und vor allem von Bolo Yeung hat man schon charismatischere Leistungen gesehen. Doch Ausfälle gibt es in der Besetzung auch nicht zu beklagen, weshalb man die schauspielerischen Leistungen insgesamt als ordentlichen Durchschnitt abtun kann.

Trotz guter Machart und netter Fights ist „Tigerkralle“ mit seiner Standardstory und dem leichten Actionmangel kein Film, der aus der Menge an B-Actionstreifen herausragt.

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