Review

Der unbeliebte König James Stewart von England sieht sich 1865 einigen Feinden gegenüber, die ihn vom Thron zu stürzen drohen. Der oberste Richter im Lande, der beim Volk nicht ohne Grund der Blutrichter gennant wird, geht mit aller Härte gegen die politischen Gegner des Herrschers und die, die in den Verdacht einer Verschwörung geraten, vor. So wird manch einer vom "Hexentöter von Blackmoor" aufgrund vorgeschobener vermeintlicher Hexerei zum Tode verurteilt, darunter auch Alicia Gray, deren ebenso liebreizende Schwester Mary das Interesse von Richter Jeffreys auf sich zieht. Unglücklicherweise ist diese mit dem Sohn des Grafen Wessex verbandelt, doch wie passend ist auch dessen Kotakt zu einem Umstürzler ein gefundenes Inquisitionsfressen... Was Jess Franco, bekannnt für eine nicht enden wollende Unsumme von billig abgedrehten Exploitationfilmen, hier abliefert, ist in mancherlei Hinsicht wirklich erstaunlich, denn wo andere Hexenjägerfilme wie "Hexen Bis Aufs Blut Gequält" oder "Hexen - Geschändet Und Zu Tode Gequält" vornehmlich ausbeuterisch im grafischen Ausschlachten von Folter, Sadismen und Gewalt mit erniedrigenden, nackten Tatsachen aufgehen, hält sich dieser Film schon fast zurück und zeigt sich über weite Strecken als historisches Drama im England des 17. Jahrhunderts. Die Inquisition ist eine von persönlichen sowie politischen Zielen getriebene Instanz mit reichlich wenig christlicher Motivation tatsächlich Heiden und Teufelsanbeter auf den Scheiterhaufen zu bringen, was übrigens auch nur selten gezeigt wird. Ein wenig ähnelt das "Der Hexenjäger" und hat, wie jener mit Vincent Price, hier mit Christopher Lee einen ebenfalls großartigen Hexenjäger in der grimmigen Hauptrolle des Antihelden. Daneben geben sich noch Maria Schell als blinde Seherin Rosa, Maria Rohm als Mary Gray und nicht zu vergessen Hans Hass als Harry Selton die Ehre. Dagegen sieht Francos Stammschauspieler Howard Vernon in seiner Aufmachung als Folterknecht arg unfreiwillig komisch aus, als sexiest Actrice zoomt Francotypisch die Kamera meistens auf die nackten Tatsachen von Maria Rohm. Nicht nur deren Nacktszenen bekommt er noch irgendwie unter, auch Margaret Lee als Alicia Gray macht auf der Streckbank anfänglich einen gar erotischen Eindruck, ansonsten ist der Sleaze- und Goregehalt in Maßen, man glaubt es kaum bei diesem spanischen Regisseur und solch einem sich für allerlei Exploitationeskapaden anbietendem Thema. Fernab von unzähligen Schnellschüssen Jess Francos mit äußerst billiger Machart und Ausstrahlung erwartet einen ein richtiger Spielfilm bei dem der Spanier offensichtlich unter besseren Bedingungen als gewöhnlich bei dieser europäischen Koproduktion arbeiten konnte. Heraus kam ein nur manchmal aufflackerndes Horrordrama mit schmucken Kostümen und wenig spektakulärer Hexenverfolgung vor dem Hintergrund einer sich anbahnenden Revolte gegen den König, die auch der verblendete Richter Jeffreys mit seinen willkürlichen Entscheidungen zu Einzelschicksalen im größer werdenden Stil nicht verhindern kann. Gerade in der zweiten Hälfte wird die Liebesgeschichte unter dem Druck der Verfolgung mehr und mehr vom Kriegsgeschehen überschattet, bis sich das Drehbuch mit zunehmend unsinnigeren Ideen zerfasert und Franco in seine typische Art verfällt und nackte Haut sowie etwas angedeutete Frauenfolter mit aufgemaltem Blut einstreut. Das beste gefällte Urteil ist wohl "Tod durch den Strang". Allerdings "nach der üblichen Vierteilung". Leider sieht man das Kunststück nicht, dafür aber noch abschließend etwas Kerker und Folter. Das dann dort eine angehende Scheiterhaufenaspirantin einer anderen Gefangenen minutenlang das Blut vom nackten Körper leckt zeigt, wo Franco in seinem Element ist, er kann es eben doch nicht ganz lassen. Die kurze Rückkehr zum sinnlos Obskuren ist dennoch die Ausnahme.

Fazit: Die sleazig- exploitativen Hexentötermotive gibt es nur am Anfang und am Ende, fast schon nebenbei, ansonsten ein erstaunlich seriöser Franco-Film. Mehr Historiendrama, als Horrorploitation. 5,5/10 Punkten

Details
Ähnliche Filme