The Bloody Judge entstand, bevor Jess Franco ein paar Jahre später endgültig zum Trash-Vielfilmer wurde. So gesehen ist der vorliegende Film erst einmal ganz gut anzuschauen. Die Atmosphäre des ausgehenden 17. Jahrhunderts in England wurde schön eingefangen und auch Christopher Lee nimmt man seine Rolle als fanatischen Hexenjäger ab.
Doch wieder einmal schafft es Franco nicht, den Figuren wirklich Tiefe zu verleihen. So kommt es, wie es kommen muss-zu brutalen, sadistischen Folterungen und Vergewaltigungen, die in ihrer ausführlichen Darstellung nicht angemessen scheinen. Aber bei einem Franco muss man sich nunmal auf so etwas einstellen-auch die niederen Instinkte sollen befriedigt werden. Besonders skrupellos geht dabei Oberfolterer und Franco-Spezialist Howard Vernon zur Sache, der sichtlich Freude an seinem Spiel hat.
Alles in allem bleibt ein Historienfilm, der sicherlich nicht als solcher gedacht war, da die Intention des Regisseurs auf jeden Fall eine ganz andere zu sein scheint. Immerhin drehte er ungefähr zeitgleich die beiden letzten Dr. Fu ManChu-Filme.
Auf der Starlight-DVD gibt es neben der deutschen Kinofassung eine rund 20 min. längere Version, da verschiedensprachige Teile hineingefügt wurden. Wenn man genau hinschaut, kann man ein- und dieselben Darsteller mal an- und mal ausgezogen bewundern.
Ach ja...Maria Schell ist auch kurz mit von der Partie. Was man nicht alles für Geld tut! (siehe 99 Frauen)
4 / 10 Punkte