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Schlockmeister Harry S. Morgan - verantwortlich für allerhand filmischen Schweinkram vom Schlage "Please don´t eat my mother" - muss sich die Hände gerieben haben, als er die Rechte zu diesem Werk von Regisseur Koji Wakamatsu erworben hatte: Aufwändig inszeniertes Historienkino mit hohen Exploitation-Werten. Ungewöhnlich nur, dass sich ausgerechnet die Japaner Ereignissen aus der chinesischen Geschichte widmeten...

Die Story handelt von der skrupellosen Chin Lien, die sich gesellschaftlich nach oben schläft, ihren Ehemann vergiftet und in höhere Kreise vorstößt, während im ganzen Land die Anarchie ausbricht...

Wakamatsu hat in der Tat einen gekonnten Spagat zwischen Arthouse-Streifen, Drama und Erotikfilm hingekriegt, wobei "The Notorious Concubines" (OT) längst nicht so heftig ausfällt, wie manch anderes Pink Movie aus Japan. So sind die Geschlechtsteile der Damen geblurrt, Nippel sind eher selten zu sehen, Hardcore gibt es keinen und auch übermäßig brutal ist das Werk nicht. Dafür gelingt es dem Regisseur, durch malerische Sets bzw. eine gelungene Fotographie eine überaus beeindruckende Atmosphäre herzustellen. Manches sieht dabei ziemlich nach Theaterkulisse aus, anderes wiederum wirkt reichlich düster. Die Schauspieler machen ihre Sache gut, vor allem Tomoko Mayama spielt die Chin Lien mit echter Leidenschaft.

Zwar ist beispielsweise "Sex & Zen" der weitaus bessere Film weil höherer Eros-Faktor und andere Swordplay-Movies bieten weiß Gott mehr Action, doch ist dieses hierzuland fast völlig unbekannte Werk sicher nicht der schlechteste Vertreter seines Genres. Durchaus sehenswert und deshalb 8 von 10 Punkten!

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