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Weiterer Beitrag zur Post - Train to Busan Karriere von Ma Dong-seok, der durch eben jenen Film, obwohl dort auch nicht in der Hauptrolle gesetzt seine bisherige Laufbahn als zumeist Nebendarsteller verlassen konnte und nunmehriger Garant für Qualität und zünftiges Kinoeinspiel gleichermaßen ist. Nach den beiden ebenso aktuellen Champion als Sportlerdrama und dem The Soul-Mate als Actionkomödie ist Unstoppable selber (wie auch The Villagers) wieder eher dem Genre um Action und Thriller wie beim ersten durchschlagenden Erfolg The Outlaws verpflichtet; die hohe Kunst des regelmäßigen Angebotes zeitgenössischer Aktivität, die Südkorea in den letzten langen Jahren wie verinnerlicht hat und scheinbar mühelos alle naselang am Produzieren ist:

Als der Fischfänger und -händler Kang Dong-cheol [ Ma Dong-seok ] seiner Ehefrau Ji-soo [ Song Ji-hyo ] von einem vermeintlich lukrativen Krabbengeschäft erzählt und auch schon die hohen Vorschusskosten beichtet wird er von ihr beim eigentlich feierlich geplanten Abendessen stehengelassen und darf alleine die Heimfahrt antreten. Die Gunst der Stunde nutzt er zuvor auf die Frau aufmerksam gewordene Gangster Gi-tae [ Kim Sung-oh ], welcher mit Gewalt in die Wohnung der beiden eindringt und sie entführt. Da die Polizei rat- und deswegen auch tatenlos bleibt, macht sich Kang zusammen mit seinem besten Freund und Geschäftspartner Choon-sik [ Park Ji-hwan ] und dessen merkwürdigen, aber kenntnisreichen Kontaktmann 'President Bear' [ Kim Min-jae ] selber auf die Suche nach seiner Angetrauten.

Der auch Raging Bull betitelte Film dabei als Debüt in gleich mehreren Belangen von einem gewissen Kim Min-ho, hier verantwortlich fürs Drehbuch, die Inszenierung und das Production Department, wobei die Masse an 'Ersterscheinungen' im südkoreanischen Kinoalltag und das oft gleich in Blockbustersphären gesetzt ebenso erstaunlich ist wie die Sicherheit dahinter und die allgemein hohe Qualität. Hier in dem Fall die seltene Kunst eines spielerischen, teilweise gar amüsanten "They messed with the wrong guy" - Entführungsthrillers, quasi ein Taken nicht ohne Schalk im Nacken und teils absurd bösen frischen und teils auch klamaukigen Ideen. [Tonal erinnert man ein wenig an den formidablen A Hard Day, der auch als schwarze Komödie verkauft werden könnte, aber dennoch ein Thriller mit erbitterten Konkurrenten ist.]

Wie die Koreaner dies anstellen und warum das andere Länder so nicht können, ist ein Rätsel; schon die Einleitung, das Anbahnen vor der ersten Katastrophe nimmt sich a) Zeit und Muße und ist b) doch sofort von Beginn an auf Fang der Aufmerksamkeit und das Anlegen einer Intensitätskurve im Bewusstsein des Zuschauers angelegt. Ein Wechsel auch von Stimmungen durch kleinere Details in einer Szene, und ein Wechsel von Empfindungen und das Auslösen einer gewissen spannenden Unsicherheit und gleichzeitig unterhaltsamen Intensität durch scheinbare Nichtigkeiten, die allerdings jeweils wichtig für das Jetzige und auch das Kommende und Weitere sind.

Darsteller Ma, der eher ein Typ ist als Chamäleon, der über das Gesicht auch wirkt, aber noch mehr alleinig durch seine körperliche Präsenz, wird schon in den ersten Minuten als genau dieser Typ (Fels in der Brandung mit schmerzhaften Faust- und K.O. Schlägen, zumindest wenn es wichtig ist und darauf ankommt; zuvor eher großer Bruder, bester Kumpel, Kind im Manne) und nach knapp 20min Vorspiel und einem einzigen veränderten Blick in die Kamera und der Titeleinblendung Unstoppable angelegt. (Der Blick und der Gesichtsausdruck wird später von seinem Kompagnon mokiert.) Das Vertrauen in ihn ergibt sich weniger aus den bisherig Gezeigten als die Kenntnis aus den Filmen davor und das dortige Geschehen, während die hiesigen Ereignisse aus leisen Anlauf mit schwer zu deutenden Wechseln zwischen Komik und Brutalität genau diese eine sichere Bank brauchen, und mit ihm auch erhalten und damit die Geschichte am Fixieren und am Vibrieren lassen sind. Ein Aufeinandertreffen zweier Welten wird dabei geboten, nicht nur die zwischen Guten und Bösen, der Normalität und der Kriminalität, sondern auch der sogenannten einfachen Leute mit ehrlichen Jobs, die nur mühsam über die Runden kommen und denen, die Andere bedrohen und skrupellos ausnutzen und sich mit Gewalt ihre Dinge am Nehmen sind.

Nach 30min ist die Prämisse gesetzt, die Welten kollidiert und miteinander verschmolzen, noch zehn weitere Minuten und es werden drei Leute in einem Raum vermöbelt, der Erste in den Spind geprügelt, der Zweite unter und der Dritte über den Tisch geworfen und so die Prämisse in den Vollzug umgesetzt. Actionszenen sind dabei rar, eher noch im Finale, aber auch dort meistens Faustkämpfe, mal gegen mehrere Angreifer, mal gegen einen TKD-Künstler, der zwar austeilen, aber nicht einstecken kann, und dann auch gegen einen weiteren körperlichen 'Bären', vorher noch eine Benzinexplosion und hintendran eine wilde Autojagd mit Anspruch für sich.

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