Review

*** SPOILERWARNUNG ***

Sechs Leute erhalten eine Einladung zu einem Escape Room Spiel, es winkt ein Gewinn von 10.000 Dollar. Was als Rätselspaß beginnt, wird für die Gruppe schnell tödlicher Ernst.

Escape Rooms sind eine recht beliebte Gestaltung der Freizeit, daher war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich irgendjemand filmisch damit auseinandersetzt. Die Idee ist dabei auch nicht verkehrt, kann man beim Lösen der Räume doch allerlei Schindluder mit den Figuren treiben. So auch hier, wobei der Spaßfaktor der Räume schwankt. Manche sind da gelungener (Billardzimmer) als andere (Eisraum, zieht sich). Dabei ist der Goregehalt unerwartet niedrig, quasi gar nicht vorhanden. Macht aber nichts, so etwas kann man ja durch eine spannende Inszenierung ausgleichen.
Daran krankt „Escape Room“ aber leider ebenso. Leider, denn die Grundidee gefällt mir durchaus, erinnert an den quasi-Klassiker „Cube“ (1997), ist aber lange nicht so mysteriös. Ein die Idee totreitendes Franchise zeichnet sich allerdings auch hier ab, die Fortsetzung wird am Ende schon pflichtschuldig angeteasert.

Wie erwähnt sind nicht alle Episoden gleich überzeugend. Weiterhin eskaliert die Stresskurve schon im ersten Raum – und es wird nicht besser. Überwiegend hypernervöse Figuren nölen sich in einer Tour an und gingen mir ziemlich auf den Zeiger. Dabei bekommt jede/r noch ein Trauma verpasst, was zwischendurch kurz visualisiert wird. Wer überlebt, dürfte nicht allzu überraschend sein, sind es doch immerhin die am wenigsten nervigen Charaktere. Dass zu Beginn einer dieser schon vorweggenommen wird ist dann doch recht bekloppt. Ja, ein Twist dreht das noch etwas anders hin, aber notwendig war dieser Beginn wirklich nicht.
Zur Geschichte selbst braucht man nicht viele Worte verlieren, das Prinzip ist nun nicht neu, das Warum der ganzen Konstruktion recht flach, aber ausreichend. Der Film verplempert nicht viel Zeit und kommt schnell zur Sache, nach der Kurzvorstellung von drei Figuren sitzen auch schon alle im Wartezimmer und harren ihrem Verderben.

„Escape Room“ ist ein netter Thriller, in seiner Grundidee und technischer Ausführung solide. Mit teilweise unsympathischen Figuren mitzufiebern gestaltet sich dann jedoch nicht so leicht. Immerhin bringen die verschiedenen Räume Abwechslung, geben dem Publikum aber nichts zum miträtseln. Weniger enervierende Figuren und ein höherer Härtegrad hätten nicht geschadet.

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