Irgendwo in „Seven Deadly Sins” aka “Art of the Dead” (ausnahmsweise beide Titel halbwegs passend) steckt eine gute Idee, aber leider ist der Schreiberling dieser Chose auch der Regisseur – und Rolfe Kanefsky ist ein Schnellkurbler vor dem Herrn, der sich seine Sporen vor 20 Jahren mit reichlich Softcore-Erotik verdiente. Aktuell knüppelt er Drehbuch auf Drehbuch heraus, aber man erwarte eben bitte kein Pulitzer-Material.
Räumen wir also erstmal mit dem größten Schummel dieser Produktion auf, die sich bis aufs Plakat ausweitet: da finden sich nämlich Richard Grieco und Tara Reid an der Spitze der Besetzungsliste wieder – wie schon zu vermuten ist, nur aus Marketinggründen! Klar, beide sind gefallene Engel der 80er und 90er Jahre und jetzt leider nur noch in Schrottproduktionen zu sehen, aber man kann davon ausgehen, dass die beiden immer mit dem größten Scheck für den kleinsten Einsatz heimgehen. Man kann sich auch an etwas wie "Sharknado" gesund stoßen. Oder zumindest die Kosmetik-Op-Rechnungen bezahlen.
Also: beide jeweils einmal zentral auf einem der Plakate, allerdings ist Grieco quasi nur in der Startsequenz als durchgeknallter Meuchler für zwei Minuten zu sehen (da gibt er aber alles!) und Reid hat eine quasi beliebige Nebenrolle als Chefin einer Galerie/Auktionshauses hat und lässt nur durchscheinen, was für eine verdorbene Seele sie ist – was ihr mit ihrem patentiert mehrfach operierten Gesicht und der wächsernen Mimik leider nicht schwer fällt.
Der Rest des Films hat dann tatsächlich Substanz, es geht um sieben verschiedene Bilder eines Künstlers, die mit ihren Tiermotiven erstmal schwer nach Klippschule aussehen, später dann (wenn quasi in die Bilder eingetaucht wird) aber doch etwas Wirkung verbreiten. Knallbunt und delirisch gemacht, nehmen die Motive, brav in verschiedenen Räumen eines Anwesens angebracht, dann Einfluss auf die dort lebende Familie, den Anhang und alle übrigen Helfer, die die ersteigerte Bilderserie in die Villa hiefen müssen und hoffen, nicht da schon dem Höllenbann des zweiten Van Goghs zum Opfer zu fallen.
Da darf dann durchaus munter herum geschmoddert werden, wenn auch die Figuren und ihr Anheimfallen der sieben Todsünden (Erklärungen werden höflich immer mitgeliefert) nicht gerade fein ziseliert sind und sich manches sehr dahin schleppt.
Die Abfolge ist schnell vorgegeben und so bekommt jede Sünde und jede Figur ihr Set Piece, das ist nett, öffnet aber Overacting Tor und Tür, wenn nicht sehr viel Zwischendurchkäse geredet wird, den wir in halbnüchternen Zustand sowieso schon geahnt haben.
Gummipunkte verteile ich für das interessant konzipierte Finale, in dem sich Figuren von einem Bild ins nächste arbeiten müssen, um ihre Liebsten zu retten, während der rasende Künstler wieder aufersteht, leider scheint da vieles ziemlich fragwürdig oder wacklig konstruiert, aber es ist technisch aufwändiger umgesetzt, als man es erwarten könnte von einer Produktion dieser Bauweise.
Für mich substanziell leicht unter par, aber niemals ärgerlich schlecht, sondern eher von einer leichten dramaturgischen Unbeholfenheit befallen. Kann man überleben und greift auch in die Effektkiste. (4,5/10)