Einer der vielen Beiträge von Hallmark Movies zum Thema Weihnachten, wobei allein in diesem Jahr schon über 36 Filme allein diesbezüglich anvisiert wurden und die Kreativität dahinter bzw. die Mühen der Produktionslinie angesichts dessen nicht zu vernachlässigen und durchaus zu respektieren ist. Road to Christmas, der mit diesem Titel ausgestrahlt wurde, aber auch unter My Three Wise Men firmiert, hat dabei noch den Vorzug oder doch das Alleinstellungsmerkmal, dass auf dem Poster der Auswahl nicht bloß Mann und Frau, beide weiß, beide jung und hübsch, und beide sichtlich miteinander verbandelt oder zumindest dem anderen gegenüber zugeneigt sind; sondern dass hier tatsächlich gleich vier Personen Platz gefunden haben und einer davon auch noch 'ethnische Minderheit', Asiate nämlich ist.
Das allein sollte natürlich im Jahre 2018 kein Grund zur Euphorie mehr sein, ist hier aber dennoch ein kleines Wunder, quasi das Weihnachtswunder schlechthin, wenn man sich die anderen Produktionen zumindest anschaut und dahinter den Sinn. Letztlich geht auch dieses Werk hier seinen gewohnten Gang und verstößt die getreue Zuschauerschar (meist Frauen, eben mit heller Haut und auch im Alter zwischen vielleicht Mitte 40 und Ende 50) nicht vor den Kopf und stellt die Weltanschauung nicht plötzlich verquer. Im Mittelpunkt steht immer noch das verschiedengeschlechtliche Pärchen, Mann und Frau halt, beide Single und beide auf der Suche nach dem wahren Glück; was doch jeden von uns antreibt und tagein tagaus aufstehen und das Leben weiter leben lässt:
Um die alljährliche Weihnachtsshow ihrer Chefin Julia Wise [ Teryl Rothery ] dieses Jahr etwas anders zu gestalten, schlägt die noch junge und aufstrebende Producerin Maggie Baker [ Jessy Schram ] eine Live-Schaltung vor, wobei der Vorschlag erst durchaus gut ankommt, dann von oben allerdings ein Veto eintrudelt und man nun doch zumindest vorbereitete Segmente vom traditionellen Weihnachtsfest als Rückversicherung behalten will. Diese Idee und auch seine Durchsetzung stammt u.a. von Wise' Sohn Danny [ Chad Michael Murray ], der nach fünfjähriger Abwesenheit von der zuvor auch ausgeübten Tätigkeit als Producer nunmehr als Unterstützung seiner Mutter wieder vor Ort, und dadurch natürlich bei Maggie nicht gerade willkommen ist. Sowieso unterschiedliche Ansichten über die Ausübung von Beruf und den Feiertagen selber reist das unfreiwillige Paar quer durch Amerika, um in den wenigen letzten Tagen vor der Show noch entsprechendes Material zu finden und zu filmen, wobei Maggie dann auch auf die Überlegung kommt, die beiden anderen (Adoptiv)Söhne ihrer Chefin, Derek [ Cardi Wong ] und David [ Jeff Gonek ] dabei einzusammeln und als Überraschung zum Familienfest zu präsentieren. Alle Brüder sind wenig begeistert, und ein aufkommender Sturm macht die Einhaltung der Reisepläne schwer.
Gedreht wird das Präsent von Allan Harmon, der man möge es glauben oder nicht schon ein halbes Dutzend filmische Weihnachtspakete wie Mingle All the Way, Christmas Princess, A Joyous Christmas, The Christmas Calendar usw. usf. geschnürt hat und das Publikum reich beschenkt. Trubelig startet Harmon hier, zwar mit einer Weihnachtsfeier auch, aber einer im Büro, einem Großraumbüro auch noch und dies gelegen in Los Angeles, also nur mit Dekoration, aber ohne dekorativen Schnee. So richtig loslassen kann man von der Arbeit auch nicht, steht nicht nur ein wichtiges Ereignis für die Einschaltquoten an, sondern auch Einschnitte in letzter Minute und auch personelle Konsequenzen, die für die so Brüskierten natürlich wenig feierlich und eher vor den Kopf stoßend und verunsichernd sind.
Die Reise selber quer die das Amerika von Hallmark führt dann auch schnell in das Winter- und damit Schneekleid hinein, der erste Weg auf der Straße zum Weihnachten, welches den Titel stellt, erfolgt noch mit dem Flieger, wird aber zwischen Boulder und Omaha bald das Auto (und später ab Newport nach New Hampshire auch der Zug) genutzt und so von Bodennähe aus das Land erobert und die Menschen und sich selber und das Gegenüber besser kennengelernt. Wieder wird die Frau in den Mittelpunkt des Geschehens gestellt und beobachtet, während der Mann naturgetreu selbstsicher ist (zumindest in der Erzählung, da eng verwandt mit der Main Attraction des Senders und nur auf Bitten da und ohne eigenes Pfand in der Angelegenheit) und dadurch einerseits aktiver als auch andererseits die Dinge geschehen lassen kann und sie gleichzeitig mit am Steuern ist. Was sich liebt, dass neckt sich quasi, oder doch eher: in der Kommunikation liegt die ganze Kraft; wird hier doch recht lang und dies auch bald in trauter Zweisamkeit über die jeweiligen Motivationen des Ansatzes der Show und damit auch über die Vergangenheit und die Gefühle geredet, und sich dann bald auch angenähert und arrangiert. Hinzu kommen als weitere narrative Details und damit auch zu einem ausnahmsweise recht vollen und aufwendigen Geschehen noch das 'Einfangen' der beiden anderen Brüder, die damit überrascht werden und eingangs auch gar nicht so glücklich mit dieser Offerte sind, und das damit auch verbundene Erklären der jeweiligen Vergangenheit aller Beteiligten nicht nur, aber auch im Umgang mit den Feiertagen, was zu mancherlei dramaturgischen Problemchen führt; für eine Präsentation aus dem Hause Hallmark ist die Handlung hier recht exzessiv, ohne die traditionellen Momente (zufällige Berührungen der beiden Protagonisten, die dann auch zusammenzucken, und das Abklappern all der mit Weihnachten zusammenhängenden Details wie das Plätzchenbacken, das Fällen des Tannenbaumes usw.) zu vergessen, sondern diese vielmehr geschickt zu integrieren.