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Eine Frau wird bedroht, schaltet einen Anwalt ein und zusammen mit dessen Freund versucht man die Bedrohungen, einen Diamantenraub, die verschollene Zwillingsschwester und weitere Puzzleteile sinnvoll unter einen Hut zu bringen, was für allerlei Gefahren sorgt.

"Die Diamantenlady" aka "Der Teufel mit den 7 Gesichtern" wird gerne mal als Giallo angepriesen, wobei typische Elemente dieses Genres wie zum Beispiel der behandschuhte Killer oder die kunstvoll dargebotenen Morde hier nicht zu finden sind.
Die Geschichte ist relativ einfach gehalten und die ganz großen Überraschungen bleiben aus, denn der geübte Zuschauer kann einige Auflösungen vorhersehen. Der Film kommt schnell auf den Punkt und hält sich nicht mit langen Charaktereinführungen auf. Da hätten wir die Frau, die sich bedroht fühlt, den Anwalt, den sie einschaltet und der dem weiblichen Geschlecht bei seinen Ermittlungsarbeiten niemals abgeneigt ist und seinen autorennfahrenden Freund, der ein Casanova vor dem Herren ist und mit der hilfesuchenden Frau schnell ein Techtelmechtel startet. Nach und nach kommen weitere Nebenfiguren hinzu wie Ermittler und Gauner, deren Motive nach und nach aufgedeckt werden. Die darstellerischen Leistungen bewegen sich im oberen Bereich, wobei man bei der Besetzung der drei Hauptfiguren mit Carroll Baker, George Hilton als Rennfahrer und Stephen Boyd als Anwalt erfahrene Schauspieler gecastet hat.
Lobenswert sei an dieser Stelle die deutsche Synchronisation erwähnt, die mit bekannten Stimmen wie Thomas "Terrence Hill" Danneberg, Hallgard "Sigourney Weaver" Bruckhaus und Lutz "Jan Tenner" Riedel aufwartet und selbst dem Miniauftritt eines Asiaten im Gorillakostüm wurde mit Arne "Tom Hanks" Elsholtz eine bekannte Stimme geschenkt.
Langeweile kommt bei dem munteren Krimireigen trotz einiger Vorhersehbarkeiten kaum auf und es gibt immer wieder Abwechslung durch Liebeleien, Verfolgungsjagden, Schießereien, Ermittlungsarbeit und Gewalttätigkeiten, wobei es kein großes Blutvergießen gibt. Wenn man Blut zu Gesicht bekommt, dann nur in Form von Einschusslöchern in Körpern, denn von den kunstvoll inszenierten Tötungen, wie man sie aus den Gialli kennt, gibt es hier nichts zu sehen.
Die Umsetzung des Ganzen geht in Ordnung. Ab und an zeigt sich die Kamera verspielt und kredenzt uns feine Schwenks, subjektive Sichtweisen wie zum Beispiel bei einer Ohrfeige aus Empfängersicht oder der Kopf-unter-Wasser-Szene oder ist fleißig am Wackeln wenn man bei Autorammereien mitten im Geschehen ist, was für optische Abwechslung sorgt. Aus anderen Szenen wie beispielsweise im Finale bei der Mühle hätte man dagegen durch bessere Kamerarbeit mehr herausholen können.
Die Musik von Stelvio Cipriani ist wieder mal ein kleiner Höhepunkt des Films, denn seine Melodien gehen ins Ohr und verleihen dem Geschehen das schöne 70er Jahre Italoflair, so dass man sich nach Sichtung des Filmes den Soundtrack auf CD wünscht. Schade daher, dass einige Passagen, in denen durchaus Spannungspotential vorhanden ist, komplett ohne Musik auskommen müssen (z.B. als Carroll Baker einen dunklen Dachboden erklimmt und dort eine Leiche findet) und daher nicht so effektvoll sind wie sie hätten sein können.

Insgesamt ist "Die Diamantenlady" ein netter Italokrimi, der nicht mit den großen Gialli in einer Liga bzw. Serie spielt, aber auch nicht langweilt und wegen einiger guter Ideen in Story und Umsetzung für Genrefreunde durchaus einen Blick wert ist.

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