Ein meisterhafter Geschichtenerzähler wird Filmemacher Harmony Korine wohl nicht mehr werden, ein Spannungsbogen war ihm noch nie sonderlich wichtig. Vielmehr bringt er erneut eine Art Lebensgefühl zum Ausdruck, was zumindest auf audio-visueller Ebene zu punkten vermag.
Moondog (Matthew McConaughey) ist von Hause aus Dichter, doch seit Jahren tingelt er an den Stränden Floridas umher und gibt sich Jeder Art von Drogen und Frauen hin, während seine stinkreiche Frau Minnie (Isla Fisher) ihn mehr oder minder finanziert. Bis ein einschneidendes Erlebnis sein Leben auf den Kopf zu stellen droht…
Oder auch nicht. Denn Moondog ist unter Einfluss von Alkohol und Drogen alles egal und ohne diesem erlebt man ihn zu keiner Zeit. Allein die erste halbe Stunde wird damit verbracht, dem langlodrigen Kiffer mit Vorliebe für bunte Kleidung bei diversen Genüssen beizuwohnen, wobei der titelgebende Strandpenner das Leben oder das was davon übrig ist, in vollen, sehr vollen Zügen genießt, während die Tüten im Verlauf ohnehin immer größer werden.
Nur mit dem Zugang ist das so eine Sache. Da mag man seine Frau noch so häufig an den unmöglichsten Orten knöttern, das Gemächt des künftigen Schwiegersohns befummeln und dabei politische Inkorrektheit zelebrieren, - so richtig witzig ist das nicht allzu häufig und eine Entwicklung ist bei Moondog wahrlich nicht auszumachen. Vielmehr wird das Treiben kapitelartig aufgezogen, indem illustre Figuren für einige Minuten im Fokus stehen, um kurz darauf wieder komplett unterzutauchen.
Die durchweg treffende Songauswahl, die starke Kamera und nicht zuletzt ein brillant aufspielender McConaughey trösten jedoch etwas über die mangelnde inhaltliche Substanz hinweg und auch einige gut gelaunte Nebendarsteller wie Zac Efron, Martin Lawrence oder Jonah Hill werten die Chose auf.
Ein eigenwilliger Trip mit Dauer-Dröhnung, Eskapaden und einem Lifestyle jenseits von Gut und Böse, - das ist einerseits angenehm verpeilt und skurril, andererseits lässt sich nicht viel davon mitnehmen.
5,5 von 10