Review

Horror aus Irland gibt es ja auch nicht an jeder Ecke zu kaufen, warum also nicht mal mit „The Hole in the Ground“ anfangen?

Stimmungsvolle Landschaftsbilder, düstere Wälder, bekloppte Nachbarn – das alles sind Zutaten, die kein Horrorfan gern auslässt. Allerdings leidet Lee Cronins durchaus begeistert begrüßter Grusler an einem – aus meiner Sicht – zentralen Plotdilemma: man kennt das schon.
Klar, ich kann heutzutage nicht mehr ungeheure Originalität erwarten, angesichts der fortwährend atemberaubenden Outputs aller Verleihe und Streamingsender, aber sobald ruchbar wurde, dass ich hier praktisch eine Neufassung von „The New Daughter“ (mit Kevin Costner) präsentiert bekomme (deren Vorlage von John Conolly ich ebenfalls schon gelesen hatte), war der Spaß ein wenig reduziert.

Da hilft nicht die wirklich gute und beunruhigende Umsetzung mit verstörenden Bildern, die zentrale Frage, ob der glotzäugige Sohnemann nun gegen einen dämonischen Wechselbalg ausgetauscht wurde oder Mutti nach einer gescheiterten Beziehung mit einem gewalttätigen Arschloch psychisch stark angeknackst, stellte sich nie so richtig.

Bitte nicht falsch verstehen: Cronins Film ist außergewöhnlich kompetent und hochwirksam gemacht worden, allein das Ergebnis ist so nah an Costners Film von 2009, dass man bei Kenntnis zum mechanischen Abhaken von plot points neigt, egal wie gut Séana Kerslake die Mutter spielt. Auch James Quinn Markey leistet gute Arbeit, weil der Film den natürlichen Reflex bestärkt, hier früher oder später aus der Haut zu fahren, weil der Gute so verkehrsberuhigt reagiert oder sich dämonisch doof stellt.

Immerhin, zum Finale holt der Film hübsch im großen Stil den Hammer raus und präsentiert so einige Überraschungen, die allesamt in die oberen Gruselkategorien einsortiert werden können. Von mir angenehme 6,5/10, von den meisten anderen bestimmt noch ein Löffelchen mehr.

Details
Ähnliche Filme