Review

Vor vielen Jahren stolperte Mel Gibson über ein Buch in dem es um die wahre Geschichte der Entstehung des Oxford Wörterbuchs ging. Seine Vorliebe für Sadomasochismus dürfte inzwischen ja hinlänglich bekannt sein, demnach war er also höchst erregt, darin einen Charakter zu entdecken, der schizophren war und sich ständig selbst geißelte, bis hin zum Abschnippeln seines Schniedels - daraufhin sicherte er sich sogleich die Filmrechte...
Das Endresultat überzeugte allerdings weder Gibson noch den Regisseur, beide distanzierten sich davon. Eigentlich sollte der Film noch länger sein und weitere Locations enthalten, aber die Produktionsfirma wollte innerhalb des Budgets bleiben, also wurde nichts daraus.
Das Ergebnis ist zwar nicht gut, von einer kompletten Katastrophe allerdings auch ein ganzes Stück entfernt. Was vor allem an soliden Darstellern und der interessanten wie kuriosen Grundstory liegt. Speziell in der letzten Hälfte bröckelt das Ganze dramaturgisch leider zusehends, so musste man z.B. unbedingt eine völlig deplatzierte und unglaubwürdige Liebesgeschichte zwischen Minor (Sean Penn) und der Frau, dessen Mann er getötet hatte reinquetschen - inklusive lächerlicher temporärer love conquers all Spontanheilung von Minor. Ich gestehe, mich weder im Detail mit den realen Geschehnissen beschäftigt, noch die Romanvorlage zum Film gelesen zu haben, würde aber nahezu ausschließen, dass dieser Unsinn darin vorkam - klassischer Hollywood-Kitsch.
Letztendlich ist man doch ganz erleichtert, dass der Film nicht noch länger ist, man hätte sich mit zunehmender Laufzeit bloß tiefer in die Scheiße geritten. 5/10

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