Klar, dass bei einem Endzeit-Abenteuer mit umgebauten Vehikeln, abgeranzten Typen und Wüstenlandschaften unweigerlich der Vergleich zur Reihe „Mad Max“ ins Spiel kommt, - schließlich zogen die Streifen zahlreiche Pendants nach sich. Der kanadische Regisseur Lowell Dean verlässt sich allerdings etwas zu sehr auf die weitgehend stimmungsvollen Kulissen und vernachlässigt dabei die Feinheiten der Story.
Nordamerika in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der eine tödliche Lungenkrankheit Millionen dahinraffte: Die ungleichen Brüder Deke und Jesse sollen für den Gangsterboss Lazlo eine ominöse Fracht aus einer unsicheren Gegend heraus bugsieren. Allerdings lassen kriminelle Gangs nicht lange auf sich warten…
Die Produktion wirkt ein wenig so, als wäre eine Billigschmiede wie Asylum auf den Mad-Max-Zug aufgesprungen. Alles ein wenig spärlich inszeniert, doch trotz aller Ernsthaftigkeit springt hin und wieder ein wenig Charme über, während die unbeholfenen Dialoge für Auflockerungen sorgen. Immerhin lässt sich mit den einfach gestrickten Figurenzeichnungen arbeiten und die meisten Nebenerscheinungen sind treffend besetzt.
Leider überzeugt das Heldenvehikel in Form eines leicht umgebauten Geländewagens nicht sonderlich und auch die übrigen Fahrzeuge, meist in Form von Motorrädern machen wenig her. Die einsamen und überwiegend komplett verlassen wirkenden Landschaften überzeugen da schon eher, zumal die Kamera einige gelungene Panoramaeinstellungen hinbekommt. Auch der Score treibt meistens gut an, obgleich es Phasen gibt, in denen sich nicht allzu viel ereignet.
Denn die Aufeinandertreffen mit Gangs, Clans und anderweitig verkleideten Horden sorgen nur ab und an für mäßige Spannung, jedoch zumindest für einige blutige Einschüsse, bei denen auch mal ein kompletter Unterschenkel flöten geht. Die dazugehörigen CGI sind okay gestaltet, gleiches gilt für kurze Erdbeben mit aufgerissenen Straßen und einen Vulkan, während Detonationen und kleine Bomben nicht allzu sorgfältig ausgearbeitet wurden.
So hangeln sich die Brüder von Station zu Station, Wasser ist ein begehrtes Mittel zum Tauschen oder Bezahlen, während ein kleines Versteckspiel auf einem großen Autofriedhof zu den atmosphärischen Highlights zählt. Der Showdown hätte indes ein wenig mehr Elan vertragen können, wobei Twists oder gar unerwartete Wendungen rein gar kein Thema sind.
Insgesamt liefert der mit 80 Minuten kaum Längen aufweisende Stoff nicht allzu viel Abwechslung, noch geht er sonderlich in die Tiefe. Darstellerisch maximal zweckdienlich, handwerklich ohne größere Makel ist immerhin genügend Bewegung im Spiel, wobei es unterm Strich etwas mehr Action und vor allem erinnerungswürdige Schauwerte hätte geben dürfen. Für anspruchslose Endzeitfans okay, er kommt jedoch nicht über das Niveau typischer B-Movie-Actioner der 80er hinaus, die man seinerzeit auf dem Grabbeltisch einer Videothek zuhauf finden konnte.
5 von 10