Das bisherige Schaffen von Regisseur Rolfe Kanefsky ist deutlich fixiert auf eine Mischung aus Horror und Sex, beim Vorliegenden versucht er es zusätzlich mit einigen Comedy-Elementen und scheitert besonders daran.
Eine illustre Gruppe von jungen Leuten in Feierlaune befindet sich im Bus auf dem Weg zu einem Festival, als dieser mitten in der Wüste strandet und von einem Sektenkult angegriffen wird. Die Überlebenden verschanzen sich im Bus, noch nicht ahnend, dass eine auserwählte Person bereits unter ihnen ist…
Laut US-Cover könnte man meinen, Tara Reid würde eine bedeutende Rolle bekleiden, doch sie ist nur für die ersten Minuten der Exposition zuständig. Jene hat im Grunde nicht viel mit dem Rest der Geschichte gemein, außer das sie ebenfalls in der Wüste angesiedelt ist.
Ein Problem macht sich derweil bei den Figureneinführungen bemerkbar, denn hier ist rein niemand sympathisch, da jeder mindestens eine negative Eigenschaft hervorbringt: Es gibt gleich zwei Nerds, einen Poser, ein Zickenpaar, eine Kampflesbe und die vermeintliche Jungfrau.
Auf der Gegenseite fällt das Bild deutlich schwammiger aus, da die wenige Kerle überwiegend Masken tragen, während nahezu alle Damen blank ziehen, um zwischen Blut und Gekröse schmierigen Ritualsex abzuhalten. Nach dem ersten Angriff kommt es zu keinen wirklichen Konfrontationen mehr, was der Spannung deutliche Einbußen beschert. Zwischen Wüste und Innenleben des Busses wird wenig Abwechslung geboten, einzig das flotte Erzähltempo hält noch einigermaßen bei Laune.
Und ein paar Gewalteinlagen. Da sich Kanefsky bei seinem Wüstenterror deutlich auf die Siebziger und Achtziger bezieht und „Hills Have Eyes“ namentlich erwähnt, sind die meisten Effekte handgemacht und nur am Rande spritzt etwas Computerblut. Da werden Körper durchteilt, Köpfe abgeschnitten, mit abgetrennten Gliedmaßen herumgespielt, ein Bauch geöffnet und ein Hammer im Kopf versenkt. Gäbe es so viele Gewalteinlagen wie nackte Haut, wäre es ein Schlachtfest geworden.
Doch außer nackten Tatsachen und dem Gerede darüber fällt dem Drehbuch nicht viel mehr ein. Im letzten Drittel gesellt sich zwar noch eine Monsterkreatur hinzu und hebt mit Erscheinen das Spannungsniveau ein wenig an, allerdings gibt es weder Überraschungen noch sonst eine Pointe zum Mitnehmen. Außer, dass irgendwann eine Fortsetzung geplant ist.
Insofern geht hier nicht wirklich die Post ab, - es sei denn, man gibt sich mit blutverschmierten Halbnackten zufrieden. Trotz überwiegend tauglicher Mimen und passablen Score mit einigen Rock-Elementen springt der Funke nicht über, die komödiantischen Anteile fallen überwiegend albern aus und weil keine der Figuren sympathisch ist, interessiert kaum, ob überhaupt jemand überlebt. Zu eindimensional für eine ordentliche Blutparty.
4 von 10