Nach erfolgreichem Kampf in der Normandie soll ein kleines Häufchen US-Soldaten eine gefangen gehaltene Wissenschaftlerin aus den Händen der Nazis befreien. Schwuppdiwupp laufen die wackeren Burschen in Rumänien auf, wo sie jedoch feststellen müssen, daß die gesuchte Dr. Eris (Dominique Swain) sich nicht sonderlich interessiert an einer Befreiung zeigt sondern viel lieber diverse Experimente weiterführt - und so dürfen Captain Rogers und seine Truppe bald Zeuge werden, wie blutsaugende Heuschrecken die Weltherrschaft erlangen sollen...
Wenn auf einem Film-Cover The Asylum draufsteht, ist die Erwartungshaltung schon mal sehr gering - daß diese auch noch unterboten werden kann, beweist (nicht nur) dieser Streifen, der einen Mockbuster zum kurz zuvor erschienenen Operation: Overlord darstellt. Abgesehen von der ähnlichen Rahmenhandlung ist Nazi Overlord jedoch eine reine Thrash-Granate mit allerdings nur mickriger Füllung, deren schwachsinniges Drehbuch, billiges Setting und schlechte CGI-Effekte ähnlich feucht gewordenem Schwarzpulver einfach nicht zünden wollen.
Lang ist die Liste der Unzulänglichkeiten: Es beginnt mit minutenlanger schwarz-weißer stock footage aus irgendeinem Kriegsarchiv, bis Captain Rogers an einem seltsam menschenleeren Strand einen deutschen Soldaten erwürgt, weswegen er und seine paar Zimmergenossen zum Dank eine Spezialmission in Rumänien zugeteilt bekommen (auf die sie eigentlich gar keine Lust haben). Auf einer Vorkriegs-Europakarte (auf der nur Deutschland und Rumänien mit Hakenkreuzfähnchen gekennzeichnet sind, dazwischen offenbar friedlich-befreite Länder) wird der Weg markiert, und schon ist das halbe Dutzend Amis in einem äußerst sauberen Half-track schon dort unten (weitere Ausrüstung, Truppen etc. braucht man wohl nicht). Von irgendwoher werden sie beschossen und ein gar schreckliches CGI-Feuer kokelt das Fahrzeug an, sodaß unsere Helden zu Fuß weiter müssen (löschen wär echt zu mühsam). Das Schloß mit der gefangenen Wissenschaftlerin ist natürlich schon ganz nah, und nach dem Besuch einer Höhle und ein bißchen Peng-Peng dort entdeckt man im Fernglas auch folgerichtig das bayrische Neuschwanstein(!) (in den
rumänischen Karpaten). Ja, das muß es wohl sein, denn bei Annäherung (an ein übrigens wesentlich kleineres Anwesen, das erkennbar den Zuckerbäckerstil imitiert und mit Hakenkreuzbanner gekennzeichnet ist) wird schon wieder geschossen. Egal, Dr. Eris ist schnell gefunden, und nach einem weiteren Peng-Peng in einem sauber betonierten Heizungskeller (Standard in alten rumänischen Schlössern) finden sich die übrig gebliebenen US-Boys plötzlich gefesselt in einem als Labor bezeichneten Raum wieder, wo ihnen Dr. Eris ihre Experimente erklärt. Welche das sind und wieso sie ihren Gefangenen diese überhaupt erklärt (statt die aufgeregten Amis einfach wegzusperren) wird nicht so schnell offenbar, aber es geht irgendwie um Heuschrecken. Spätestens jetzt zuckt der Finger öfters Richtung Abschalten-Taste, denn das Gezeigte wird immer wirrer - um dem vorzubeugen, läßt die Regie Dr. Eris auch mal kurz nackt ins Zimmer zu den CGI-Heuschrecken steigen: für die Story zwar vollkommen überflüssig (genauso wie die Wachen mit Gasmasken, während alle anderen Beteiligten keine Gasmasken tragen) aber der für eineinhalb Sekunden sichtbare Arsch samt den - pardon! - weißgott nicht mehr taufrischen Brüstchen der (w)irren Wissenschaftlerin sollen für den gerade einschlafenden Zuschauer immerhin so etwas wie einen (leisen) Weckruf darstellen. Besser wird die konfuse Story deswegen aber keineswegs...
Viel könnte man noch über diesen filmischen Mist schreiben, wie z.B. den buckligen Vorgesetzten vom Captain, der die falschen Rangabzeichen hat und völlig unüblich mit seinem Untergebenen fraternisiert; über den rumänischen Bauern, der gerade vor einer Wand erschossen wird, dessen Blutlache in der nächsten Szene jedoch verschwunden ist; über einen engen und ungewissen Stollen, durch den sich die Männer zwängen, um im nächsten Moment im Wald zu stehen; über ein brennendes Flugzeug, durch dessen CGI-Flammen man im Auto fahren muß (statt auf der nahen Straße); über die (vergeblich) Dramatik und Ernsthaftigkeit vermittelnden Dialoge oder die jeder einzelnen Szene anzumerkende Billigkeit, mit der Nazi Overlord abgedreht wurde... aber im Endeffekt ist dieser völlig humorbefreite Mockbuster verschenkte Zeit, absolut nichts daran ist in irgendeiner Weise bemerkens- oder sehenswert. 1,49 Punkte.