"Schahaatz, kucken wir heut' abend noch 'n Film an?" - "Ja, was denn?" - "Hmmmm, was lustiges okeee?" - "Klar, such Dir was raus."
Diese Gleichgültigkeit der Filmwahl Deiner Freundin gegenüber solltest Du niemals an den Tag legen wenn sich "Wie werde ich ihn los, in 10 Tagen" in Deinem ansonsten gut sortierten DVD-Archiv befindet. Unweigerlich wird sie nämlich zu diesem Film greifen und unverständlicherweise "Braindead" oder "Texas Chainsaw Massacre" links liegen lassen - dabei sind die ja auch lustig. Aber da gehen die Meinungen auseinander. Nun denn, die Filmwahl lag bei Deiner Perle und schon wirst Du anfangen zu leiden.
Donald Petrie fertigte nach banalem Strickmuster eine völlig spannungsfreie und nur teilweise unterhaltsame Story zusammen, bei der jegliche überraschende Wendungen völlig fehlen und stattdessen Vorhersehbarkeit und damit Langeweile vorherrscht.
Der Plot ist schnell erzählt: Journalistin schreibt Kolumne über typische Fehler einer Frau und wie sie dadurch die Männer verschreckt. Um Material für diese Story zu haben übt sie im Selbstversuch: Mann anlachen um ihn anschließend zu vergraulen. 10 Tage Zeit, dann geht die Chose in der kommenden Ausgabe ihrer Frauenzeitschrift in den Druck. Auf der anderen Seite ein Mann, der beweisen muß, daß er es 10 Tage mit einer "normalen" Frau aushalten kann, denn nur so bekommt er den begehrten Job - hallo Klischees, da seid ihr ja. Wer hätt's gedacht, die beiden treffen aufeinander und jetzt wird's endlich lustig, haha.
Oh, weit gefehlt junger Mann: Während Du Dich immer tiefer ins Sofa zurückziehst, zum wiederholten Male entschuldigend zum Kühlschrank läufst um frisches Bier zu holen und Unmengen dieser angeblich scharfen Chips in Dich hineinfutterst findet es Deine Freundin erstaunlicherweise ganz passabel und kann sich ordentlich amüsieren. Okay, zugegeben, Kate Hudson sieht als Andie ja nicht so schlecht aus und kann einiges retten, aber schauspielerisch ist niemand am Set so wirklich der Reisser. Auch das Drehbuch gibt natürlich viel zu wenig her als daß hier jemand seine schauspielerische Oscarreife beweisen könnte. Matthew McConaughey ist zudem nicht sonderlich sympathisch, auch erinnert er zu sehr an Hugh Grant.
Die Filmmusik ist schicksalschwanger, die Witze nur für den weiblichen Teil der Bevölkerung unterhaltsam und der Film plätschert insgesamt nur lau vor sich hin. Empfehlen kann man ihn nicht, es sei denn Du bist Fan von "Sex and the City". Beides dürfte nämlich dasselbe Klientel ansprechen.
(5/10)