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Weihnachten als das Fest der Familie und der Liebe gibt es natürlich überall, nicht nur im verschneiten amerikanischen kleinstädtischen, wo derlei Filme sonst normalerweise immer spielen, sondern auch in Fantasystaaten wie hier und in den titelgebenden Palästen. Adel verpflichtet quasi, auch zum Feierlichen und zum Dekorativen, der Unterschied zwischen den Klassen und den Ständen als hier der narrative Aufzieher, der dem Film auch sein Interesse beigibt und eventuell seine Besonderheit [Einschaltquoten waren 3.27 Mio Zuschauer.]:

Die weibliche Eisschaulaufteam bestehend aus der Aktiven Jeesica [ Brittany Bristow ] und der ehemals Profesionellen, nunmehr aber für die Choreographie und das Organisatorische Zuständigen Katie [ Merritt Patterson ] wird vom jungen Regenten King Alexander Booth [ Andrew Cooper ] von San Senova über die Feiertage eingeladen, dort eine Weihnachtsveranstaltung zu Ehren des Gründungstages der kleinen Zwergen- und Bananenrepublik vorzuführen, am besten noch mit seiner kleinen Tochter Princess Christina [ India Fowler }, die im Gegensatz zu ihm nicht nur Eislauf-, sondern auch Weihnachtsbegeistert ist. Unterstützt von seiner rechten Hand Nicholas [ Nicholas Banks ] macht sich das Duo an die Arbeit, nur um bald festzustellen, dass die Gefühle dazwischen funken und man bald ein blau(blütig)es Wunder erlebt.

Geschrieben von dem Autorenduo Joie Botkin und Rick Garman, die schon einzeln dies Jahr und letztes für insgesamt ein Dutzend an Arbeiten extra für die Jahreszeit und über sie zuständig waren, und im Pool der Kreativen nun auch gefragt und das gesamte sonstige Jahr über freihaben und in Übung für die heißen Monate gerade im November und im Dezember sind. Gerade Garman hat auch zwischenzeitlich schon seine Fantasie mehr schalten und walten lassen, als es gewohnt ist, wurde auch für sein Christmas in Evergreen: Letters to Santa bzw. A Shoe Addict's Christmas die Maschine des Erfindungsreichtums außerhalb der Materie "Frau trifft Mann / Frau verliebt sich in Mann und vice versa" angekurbelt und ein feines Stück Erzählgarn gestrickt und gewebt. Oder auch nicht.

Der Film dabei als Bestandteil der kleinen Palette von ebensolchen 'Royalties', wurden in den letzten Jahren wie bspw. bei A Royal Christmas (2014), A Princess for Christmas (2011) oder dem A Christmas Prince (2017) schon die Zusammentreffen von Adeligen mit dem einfachen Stand und sich darauf rasch entwickelnden Liebesbeziehungen über die Schranken der Klassen hinweg und darüber hinaus gefilmt; jeweils am gleichen Standort auch noch, der hier mit Bukarest bzw. der etwa 40km nördlich davon gelegenen Snagovgemeinde in der Großen Walachai gedreht. Quasi ein Ostblockreißer also, nur ohne das Reißerische, wenn man denn das bisschen Humbug in der Erzählführung und die Erfüllung des Kleinmädchentraumes vom Prinzen auf der Erbse in bunten und gleichzeitig gedämmten Farben mitsamt künstlichen Schneeflocken und anderen Pipapo in der Ausstattung weglässt und nicht dazu zählt.

Immerhin weiß der Film scheinbar um sein Spinnertes und nimmt sich nicht zu ernst, sondern spielt auch mit kleinen Neckereien und anderen Auflockerungen wie der Idee mit dem Grinch King, dessen Auftritt vor der wartenden Publikumsmenge, bei dem er nicht mal zum Anfang seines (auswendig gelernten und mit Spickzetteln unterstützten) Hoheitsliedes auf das Weihnachtsfest gelangen kann, sondern binnen weniger Sekunden aus Versehen die gesamte Einrichtung zerstört. Das Mädel, seine Tochter, die Prinzessin auf der Erbse quasi spielt die Dramaturgie auch eifrig mit und verleiht durch ihre Sympathie und Empathie für den zwar respektierten, aber nicht geliebten Landesvater diesem im Schatten dessen auch trotz der steifen Brise ein Quäntchen Positives beigibt. Die Feiertage muss auch nicht jeder mögen, schon gar nicht auf befohlenen Wege; eine andere weitreichende Tradition scheint der Zwergenstaat hier aber nicht zu haben, ein Fleckchen Isolation irgendwo da draußen in der Welt, gleich neben Kyrkistan, Carbombya und der kleinen Insel Vilena gelegen und mit Schnee schon im Oktober entzückt.

Ansonsten ist hier gar nicht so viel anders, trifft sich per Zufall ein Pärchen, wo Einer Experte für den Holiday Spirit und die Season of Miracles ist, und der Andere nicht, und tut man auch die gleichen Dinge wie sonst in der amerikanischen Kleinstadt (Weihnachtsbaum kaufen und schmücken v.a., heiße Schokolade trinken, Plätzchen backen, Geschäfte heimsuchen und auch die Eislaufhalle, was hier im Nebenplot und der Prämisse natürlich auch der Hauptschauplatz ist, wo man aber keinerlei akrobatischen Glanztaten, sondern nur ein wenig Bewegung und die moralisch wichtigen Zureden sieht), nur eben mit etwas aufregender königlicher Architektur und auch dem über die Klassenschranken und Herkünfte hinweg reichenden Glück.

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